Bahnstreik seit heute Nacht / Fahrgäste waren gestern noch guter Hoffnung

Die Ruhe vor dem Sturm

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Contance Kachcharova ist entspannt: Gestern kam ihr Sohn noch pünktlich an sein Reiseziel. Die Hoffnung ist groß, dass sie selbst morgen mit wenig Verzögerung an ihr Ziel kommt.

Salzwedel. Erneut streiken die Lokführer. Ab heute 2 Uhr bis Montag, 10. November, 4 Uhr ist mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen. Die AZ hat sich gestern auf dem Salzwedeler Bahnhof umgehört: Contance Kachcharova ist eine der Betroffenen.

Sie hat gemischte Gefühle zum Bahnstreik. „Es ist nachvollziehbar, muss aber air auf beiden Seiten bleiben“, ist ihre Meinung dazu.

Renate König hat es selbst erlebt: „Ich hatte Glück und kam nur ein paar Minuten später an als geplant.“ Ein reisendes Pärchen sieht es noch gelassen, streiken sei eine wichtige Maßnahme. „Leider leiden unter der GDL nicht die Bahn AG, sondern die Reisenden“, ist ihre Meinung dazu. Sie äußern sich kritisch gegen die Bahn: „Wenn ein Unternehmen 98 Stunden Streik verkraftet – trifft es mit dem Streik die Falschen.“

Der Bahnstreik steht kurz bevor. Auch gestern hatten die Reisenden schon mit Verspätungen zu rechnen.

Kritik ist unter den Bahnreisenden offensichtlich, aber die Gelassenheit auch. „Streik ist wichtig für Arbeitnehmer“, sagt Kachcharova. Andere Reisende sahen die Auswirkungen des Streiks: Es komme nicht nur zu Verspätungen, auch der Autoverkehr nehme zu. Einige Fahrgäste haben Notfallpläne entwickelt. Sie haben Zeitpuffer bei ihrer Reise eingeplant oder fahren schon rechtzeitig los. Oft ist das Verständnis für den Lokführerstreik gering – und die Gründe der GDL nicht mehr nachvollziehbar. Die Hoffnung der Reisenden war gestern noch groß, doch noch an ihre Zielorte zu kommen.

Am Kartenschalter kann den Fahrgästen oft nur mit guten Worten geholfen werden. Informationen können Fahrgäste nur aus dem Internet beziehen oder sich an die Service-Hotline der Bahn (08000 99 66 33/kostenfrei) wenden. Die Folgen des Streiks sind auch in Salzwedel zu spüren: Die geplante gestrige Lesung mit Harald Hauswald und Lutz Rathenow war aufgrund des beginnenden Bahnstreiks ausgefallen.

Von Ann-Kathrin Rohmann

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