In der Kreisvolkshochschule entstehen in Stunden Ölbilder

Bob Ross als Vorbild: Malen wie ein Meister

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Im Kurs „Malen nach Bob Ross“ in der Salzwedeler Kreisvolkshochschule fertigte jeder Teilnehmer innerhalb mehrerer Stunden ein vollständiges Ölbild. Das Motiv war bei allen dasselbe, trotzdem unterschieden sich die Ergebnisse am Ende mitunter deutlich.

Salzwedel. Die Idee hatte es in den Reihen der Kreisvolkshochschule schon länger gegeben, nur kam der Kurs bis dato einfach nicht zustande.

Vor wenigen Tagen war es nun soweit: „Malen nach Bob Ross“ mit Dozentin Christiane Westermann aus dem wendländischen Groß Wittfeitzen konnte in Salzwedel starten – mit Teilnehmern aus der Altmark und Niedersachsen.

Der Spachtel darf nicht fehlen. Damit lassen sich problemlos Wasserlinien ziehen und Gebäude errichten.

„Die Technik von Bob Ross ist leicht zugänglich“, erklärt die Mallehrerin das Besondere des bereits 1995 an Krebs verstorbenen Künstlers (Details siehe Infokasten rechts unten). „Auch bei kompletten Anfängern stellen sich schnell gute Ergebnisse ein“, so Christiane Westermann weiter.

Das große Vorbild: Bob Ross
Der Mann mit der markanten Afrofrisur kam während seiner 20-jährigen Dienstzeit in der US Air Force mit der Malerei in Berührung. Er entwickelte seine eigene Technik und war von 1983 bis 1994 in der TV-Sendung „The Joy of Painting“ zu sehen. Diese läuft immer noch regelmäßig im Fernsehen. Ross machte die Ölmalerei für jedermann weltweit populär und baute eine eigene Marke auf. Seine Krebserkrankung machte er bis zu seinem Tod am 4. Juli 1995 nicht öffentlich.

Dahinter steckt eine leichte Technik; Bilder, die nicht so detailreich sind. Der eigentliche Trick bei Bob Ross besteht aber darin, dass er vieles gar nicht klassisch malt, sondern mit anderen Techniken, beispielsweise Tupfen, realisiert.
Mit Zwei-Zoll- und Rundpinsel entstehen Hintergründe, der Fächerpinsel zaubert schnell Nadelbäume. Beliebt ist vor allem der Spachtel. „Das Wichtigste bei Bob Ross“, sagt auch Christiane Westermann. Für den Kurs in der Kreisvolkshochschule hat sie alle Werkzeuge mitgebracht. Jeder Kursteilnehmer wird sie im Laufe der nächsten Stunden beim Malen einer Winterlandschaft in Öl gebrauchen.

Das richtige Werkzeug für das richtige Zeichenobjekt: Bei Bob Ross macht das schon den halben Malerfolg aus.

Einer derjenigen, der seine ersten Schritte in der Ölmalerei unternimmt, ist Ulrich Stallmann aus Wustrow. Der pensionierte Religionslehrer erfüllt sich damit einen Kindheitstraum. „Meine Frau sagte, dieser Kurs wäre doch etwas für mich“, so der Wendländer. Kurios: Bob Ross habe er vorher nicht gekannt.

Die Kursteilnehmer beginnen mit dem Hintergrund. Dunkle Ecken, helles Zentrum – eine sogenannte Vignette. Dann entstehen erste Bäume. Christiane Westermann demonstriert den Anwesenden zunächst die Technik, dann ist jeder selbst dran.

Obwohl alle neun Teilnehmer dasselbe Motiv malen, fallen die Details deutlich unterschiedlich aus. Jeder mischt die Farben ein wenig anders, führt Pinsel und Spachtel individuell. Später kommen Hütte, See, Schnee und weitere Details hinzu. Am Ende folgt noch die Signatur.

Ulrich Stallmann will sein Ölbild ins Arbeitszimmer hängen. Und damit angeben, wenn Freunde zu Besuch kommen – „Ich hätte nie gedacht, dass ich es so hinbekomme.“

Von Jens Heymann

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