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Rocker-Prozess geht weiter: Opfer (25) macht Aussage im Stendaler Landgericht

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Von: Armon Böhm

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Mikrofon im Landgericht. Der Gerichtssaaal ist leer. Ein Termin ist ausgefallen
Einen weiteren Prozesstag gegen einen Rocker aus Salzwedel gab es am Mittwoch im Stendaler Landgericht. Das Opfer des Angriffs sagte als Zeuge aus. © Hartmann, Stefan

Im Stendaler Landgericht ging der mehrtägige Prozess gegen ein Salzwedeler Mitglied der Hells Angels am Mittwoch weiter. Das Opfer des versuchten Totschlags sagte als Zeuge aus. Vieles blieb dennoch unklar.

Salzwedel / Stendal – Im Stendaler Landgericht ging der mehrtägige Prozess gegen ein Salzwedeler Mitglied des Motorrad- und Rockerklubs Hells Angels in die nächste Runde. Der 48-jährige Angeklagte soll am 17. August 2019 vor einer Bar in Salzwedel einem Afghanen zweimal mit einem Messer in den Rücken gestochen haben. Die Anklage lautet daher unter anderem versuchter Totschlag. Besagtes Opfer dieses Angriffs sagte am Mittwoch als Zeuge aus, wobei ein Dolmetscher benötigt wurde.

„Der Tag war einer der schlimmsten Tage meines Lebens“, übersetzte der Dolmetscher den 25-jährigen Afghanen zu Beginn der Verhandlung. Er könne sich nicht mehr an alles klar erinnern, da er an dem Abend Alkohol konsumiert habe, aber dennoch wolle er möglichst ausführlich und wahrheitsgemäß aussagen.

Gegen 21 Uhr habe er die Bar mit Freunden aufgesucht. Bis etwa 23.30 Uhr sei der Abend gut verlaufen. Dann sei er zum Rauchen vor die Tür gegangen, wobei zwei Frauen ihn angesprochen hätten. Als er wieder hineinging, habe ein Mann ihn aggressiv konfrontiert, warum er mit seiner Freundin rede. Anschließend habe der Mann ihn aus der Bar geschmissen und draußen habe der Zeuge den Mann geschlagen, woraufhin der Barbesitzer dazwischen gegangen sei.

Der Mann habe ihm gedroht und jemanden angerufen. Kurz darauf seien diverse Leute gekommen, und ein Auto habe vor der Bar geparkt. Ein Mann, dessen Beschreibung zum Angeklagten passe, sei aus dem Auto gestiegen und mit einem Messer auf ihn zugekommen. Als der Angreifer die Waffe zum Zustechen anhob, sei der Zeuge knapp am Messer vorbei zum Auto und dann in Richtung Bar geflohen, wobei es vor der Bar zu einer Schlägerei gekommen sei. Das Auto des Angreifers sei währenddessen davongefahren.

Als er es schließlich in die Bar schaffte, hätten Barbesucher den Afghanen auf zwei Stichwunden am unteren Rücken aufmerksam gemacht. Wann er diese erlitt, könne der Zeuge nicht sagen. Als die Polizei kam, sei der 25-Jährige vor die Tür getreten, aber dann anschließend umgefallen und im Krankenhaus wieder aufgewacht.

Richter und Staatsanwaltschaft hinterfragten viele Details, um einen möglichen Zeitpunkt der Stichwunden zu erschließen. Die Verteidigung zeigte ihm nur ein Video des Tatabends, doch weitere Erinnerungen habe dies nicht hervorgerufen. Die Befragung wurde beendet und der Prozesstag damit abgeschlossen.

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