Wie ein zäher Kaugummi

Robert Drews vom SPD-Ortsverein Salzwedel sagt Vandalen den Kampf an

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Robert Drews will der Schmiererei in Salzwedel – hier ein aktuelles Bild von der Bocksbrücke – den Kampf ansagen. Die SPD-Stadtratsfraktion soll auch die anderen Abgeordneten dafür sensibilisieren.

Salzwedel – Sie sind wie ein zäher Kaugummi, der an der Schuhsohle klebt. Für Salzwedeler ein ständig sichtbarer Begleiter, der schon kaum noch wahrgenommen wird – Schmierereien überall. Die Einwohner haben sich damit scheinbar abgefunden.

Nur die Gäste der Stadt blicken auf beschmierte Fassaden und bleiben teils kopfschüttelnd stehen. Der 28-jährige Robert Drews sagt, mit dem SPD-Ortsverein im Rücken, dem Vandalismus in Salzwedel den Kampf an.

„Man kann in der Stadt innerhalb von einer Stunde über 200 Schmierereien fotografieren. Das ist wirklich eine Dimension, die das ganze Stadtbild schon negativ beeinflusst“, so Drews und hat das Salzwedeler Gruselbild auf der SPD-Homepage unter dem Motto „Weg mit dem Dreck! Aktiv gegen Schmierereien.“ dokumentiert.

Robert Drews

Drews unterscheidet zwischen Graffiti, also echten Kunstwerken, die das Stadtbild verschönern, und Schmierereien – in den meisten Fällen politische Meinungen, die oft nur niemand versteht, der nicht selbst zur Szene gehört. „Schlimm nur, dass selbst vor Wahrzeichen und Denkmälern nicht halt gemacht wird“, ärgert sich Robert Drews. Die Idee zum SPD-Vorhaben „Weg mit dem Dreck“ kam Robert Drews nach einem Besuch in Hamburg.

„Ich bin nie davon ausgegangen, so viele Schmierereien in unserer Stadt zu finden“, sagte der 28-Jährige. Sein erstes Ziel im Kampf gegen die Graffiti ist es, den Stadtrat auf die Problematik aufmerksam zu machen. Gemeinsam soll dann an einer Lösung gearbeitet werden. „Es muss versucht werden, trotz der knappen finanziellen Mittel, die die Stadt zur Verfügung hat, den Schmierern entgegenzutreten“, betont Robert Drews. Und steckt den Finger in eine Wunde: „Auch die Stadtverwaltung sollte sensibler auf diese Form des Vandalismus achten und diesen an eigenen Gebäuden entfernen.“

Die Stadt stelle seit Jahren betroffenen Hauseigentümern ein kostenloses Reinigungsgerät zur Verfügung, erinnert Drews. Doch dieses könne nicht auf allen Untergründen eingesetzt werden, weiß Stadtsprecher Andreas Köhler. Nichtsdestotrotz können die Salzwedeler sich bei de Stadtverwaltung melden. „Dann kommen Mitarbeiter des Bauhofes vor Ort, um zu sehen, wie die Schmierereien am besten entfernt werden können“, so Köhler.

VON PAUL W. HIERSCHE

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