Einsatzlage derzeit ruhig / Ideen für eine Floriangruppe

Ritzer Wehr feiert Bestehen: Seit 85 Jahren immer zur Stelle

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Georg Schulze ist seit 1994 bei der Wehr in Ritze. Er hat nun die verantwortungsvolle Leitung inne.

Ritze – Auf die Plätze, fertig, Los! Dann hieß es ordentlich ziehen, denn das Tanklöschfahrzeug W50 musste so schnell wie möglich auf die andere Seite gezogen werden. Mannes- und Frauenkraft war am Sonnabend auf dem Sportplatz bei Ritze angesagt.

Es wurde gekämpft, gelacht und ordentlich Schweiß gelassen. Der Anlass: Die Ritzer Wehr feierte ihr 85-jähriges Bestehen. Als Gäste kamen die Kameraden und Kameradinnen aus Groß Chüden, Pretzier und Riebau.

Nicht gerade leicht, einen W50 zu ziehen.

Angefangen hat alles bereits im Jahre 1922. Zu dieser Zeit wurde einer der Gründungsmitglieder der Ritzer Feuerwehr, Gustav Kersten, als Spritzenmeister in den Löschzug Ritze bestellt. „Dieses Datum trägt auch unsere alte Handdruckspritze“, sagte der Wehrleiter Georg Schulze. Aufgrund von häufigen Bränden in den Jahren 1924 bis 1932, insgesamt waren es 24 an der Zahl, durch Blitzschlag, Brandstiftung und anderen Ursachen, reichte die bisher bestehende gegenseitige Hilfe nebst der vorhandenen Technik in Groß Chüden und Klein Chüden nicht mehr aus.

Um einen effektiven Löscheinsatz gewährleisten zu können, wurde im Juni 1934 die Freiwillige Feuerwehr Ritze gegründet. Erster Wehrleiter war Ludwig Rotfarn, der ab 1934 bis 1945 in den Dienst bestellt wurde und die Kameraden über die Zeit des Zweiten Weltkrieges hinweg leitete.

Heute hat der 44-jährige Georg Schulze das Zepter als Wehrleiter in der Hand. Er wurde 2013 in das Amt berufen. Derzeit zählt Ritze 14 Aktive, davon vier Frauen und in der Alters- sowie Ehrenabteilung sind neun Kameraden. „Leider haben wir keine Kinder- und Jugendfeuerwehr“, bedauerte Schulze. Aber der Ritzer hat schon eine mögliche Idee ausgetüftelt, die noch reifen muss. „Wir wollen eventuell gemeinsam mit Groß Chüden eine Floriangruppe gründen“. Neue Kameraden seien allerdings immer gern gesehen, wer daher die Ritzer Wehr unterstützen will, könne sich jederzeit melden, knüpfte Georg Schulze an.

„Von den Einsätzen her war es dieses Jahr relativ ruhig. 2018 hatten wir dafür vermehrt Ödland, Feld- und Waldbrände“, resümierte der 44-Jährige. Der letzte größere Brand war am 6. Februar 2017. An diesem Tag stand ein Vierseitenhof in Flammen. 68 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie kamen aus Groß Chüden, Pretzier, Jeebel, Riebau, Salzwedel und natürlich Ritze. Es dauerte einige Stunden, bis das Feuer gelöscht war.

Das hängende Ei: Eine Gaudi nicht nur für die Zuschauer, auch die Teilnehmer hatten ihren Spaß.

Zurück auf den Sportplatz: Die Wettkämpfe gingen in die zweite Runde. Auf dem Plan standen das Ziehen eines Tanklöschfahrzeuges, Slalomlaufen sowie „das hängende Ei“. Dabei wurde ein Kamerad über ein Parkour getragen, der in beiden Händen Löffel hielt, mit Eiern drauf. Den Wettkampf gewannen die Ritzer. Am Abend gab es noch einen Dorftanz. Der Sonntag wurde mit Frühschoppen bei ordentlicher Blasmusik eingeleitet.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

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