Planer stellten Projekt vor / Einwohner befürchten, dass Zahlungen in der Stadtkasse versickern

Ritzer begrüßen Solarpark im Reservebogen

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Der Solarpark soll an der Amerika-Linie im sogenannten Reservebogen und zwei kleinere Teile außerhalb liegen.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Um es gleich vorwegzunehmen: Der Chüdener Ortschaftsrat und die Einwohner des Ortsteils zeigten sich – im Gegensatz zu den Maxdorfern und Rockenthinern – einem Solarpark bei Ritze gegenüber am Donnerstag sehr aufgeschlossen. Einziger Knackpunkt: Wie viel oder kommt überhaupt etwas von den EEG-Mitteln (Erneuerbare-Energien-Gesetz) etwas im Ortsteil an bzw. versickert es in der großen leeren Stadtkasse? Eine Frage, die der Stadtrat klären muss.

Ritze - Thomas Held, Abteilungsleiter Projektsteuerung, und Till Jordan, künftig der Mann vor Ort, von der Altus AG erläuterten das Vorhaben im Ritzer Dorfgemeinschaftshaus. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, die wiederum dem gleichnamigen Stadtwerkeverbund gehört. In der Region hat Altus bereits den Solarpark bei Lohne gebaut und betreibt diesen auch.

Rund Zwölf Hektar an der Amerika-Linie

Bei Ritze ist ein etwa zwölf Hektar großer Solarpark geplant. Dieser besteht aus drei Teilen. Davon soll der größte Teil – rund 10,5 Hektar – im sogenannten Reservebogen neben und von Ritze aus gesehen hinter der Amerika-Linie Platz finden. Der Reservebogen wurde ab heutiger Gedenkstätte Ritzer Brücke einst als Auffangstrecke für Güterzüge konzipiert, aber nur ein kleiner Teil ist gebaut worden. Das Terrain ist vom Dorf aus nicht einzusehen. Die Solarpaneele mit Südausrichtung grenzen – von Bäumen und Büschen getrennt – an die Kleingartenanlage „Hilgenholz“.

Ortschaftsrat und Einwohner wurden am Donnerstag über einen geplanten Ritzer Solarpark informiert.

Zwei weitere Teile – je 0,7 Hektar große – sind rechts und links des Reservebogens zwischen Amerika-Linie und Kreisstraße 1002 geplant. Der gesamte Park soll mit einem begrünten Zaun eingefriedet werden, der nach etwa zwei, drei Jahren hochgewachsen sei, versprach Thomas Held.

Ab Herbst 2023 ans Netz

Die Anlage könnte, wenn alle Zustimmungen erfolgen, im Frühsommer 2023 gebaut und im Spätsommer / Herbst des selben Jahres ans Netz gehen. Dann sollen von dort aus 16,8 Megawattstunden Sonnenstrom pro Jahr eingespeist werden. Zugleich würden jährlich 11 200 Tonnen CO2 eingespart, nannte Held Daten und Fakten. An EEG-Mitteln – 0,2 Cent je Kilowattstunde – würden zirka 33 000 Euro jährlich in die Gemeindekasse fließen. Die Gemeinde ist in diesem Fall die Stadt Salzwedel.

So könnte der Solarpark bei Ritze ab 2023 aussehen.

Ob die Stadt Salzwedel davon den Ritzern etwas zugutekommen lässt, das entscheiden die Stadträte, von denen nur ein einziger – AfD-Vizefraktionschef Roland Karsch – der Sitzung beiwohnte. Und der votierte dafür, den Ritzern etwas zukommen zu lassen, und riet deshalb dazu, eine Art Förderverein „Schönes Ritze“ zu gründen. Chüdens Bürgermeister Detelf Korneck befragte zunächst seinen Rat, dann die anwesenden Einwohner und ließ ins Protokoll aufnehmen: „Der Ortschaftsrat steht dem Projekt positiv gegenüber.“

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