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Regionaler Bauernverband sieht Preissprünge in unbekanntem Ausmaß

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Von: Lydia Zahn

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Die Vorstandsmitglieder des Deutschen Bauernverbandes besichtigten die in der Renovierung befindlichen Kälberställe der Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier. © Zahn, Lydia

Zu wenig Regen und zu teurer Dünger – diese und andere Probleme machen den Landwirten in der Region zurzeit zu schaffen.

Pretzier – Der Vorstand des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel traf sich am Montag bei der Agrarerzeugergemeinschaft in Pretzier zum Gespräch. Dabei wurde deutlich, dass Lebensmittel wie beispielsweise Brot durch die Preiserhöhungen des Ukraine-Kriegs teurer werden.

Die Landwirtschaft, aber auch die gesamte Lebensmittelkette sei mit massiven Kostensteigerungen insbesondere in den Bereichen Energie, Kraftstoff, Düngemittel und Logistikproblemen konfrontiert, hieß es vom Deutschen Bauernverband schon Ende März. „Das Brot und alles wird teurer werden“, ist sich Vorstandsmitglied Christian Raapke sicher. Er ist Chef des Landwirtschaftlichen Unternehmens in Tangeln. Weiter erklärte er: „Wenn am Ende des Jahres die Ernte eingefahren wird, wissen wir, wie viel teurer.“

Carsten Niemann vom Ökobetrieb „Biohof“ in Ritzleben denkt, dass die Preissprünge im Ökobereich nicht so stark sein werden, wie in der konventionellen Landwirtschaft. Wobei sich aber alle einig sind, der Dünger ist zu teuer, weshalb weniger gedüngt werde. Raapke nennt sogar Zahlen und beziffert die Einsparung auf rund 30 Prozent.

Und auch ein Blick auf die hohen Dieselpreise bereitet den Bauern Kopfschmerzen. Dazu kommen die ebenfalls gestiegenen Futtermittelpreise, fügt Lars Blaschke vom Unterhaltungsverband Milde / Biese hinzu.

Das Dauerthema Regen kam während der Sitzung ebenfalls auf. Denn davon falle nicht genug, vor allem im Monat März. Da seien es um die drei Millimeter gewesen. „Es muss regnen, Punkt“, verdeutlicht Niemann. Raapke sieht außerdem voraus, dass es dieses Jahr keine gute Roggenernte geben werde.

Von dem Beschluss der EU-Kommission, dass ab 2023 in ganz Europa auf mindestens vier Prozent der Ackerfläche nichts mehr wachsen soll, sind die Mitglieder ebenfalls alles andere als angetan. „Wir verlieren immer mehr Ackerfläche“, ärgert sich Vorsitzender Raimund Punke.

Aber erfreuliche Nachrichten gab es dann doch noch. Allgemein sehe es auf den Feldern recht gut aus. Die Lebensmittel-Versorgung sei gesichert, und Hamsterkäufe nicht nötig.

Zum Abschluss führten Frank und Margret Pieper die anderen Mitglieder noch durch die Kälberställe der Agrarerzeugergemeinschaft, die gerade renoviert werden. In drei bis vier Wochen sollen die Kälber einziehen können, blickte Frank Pieper voraus.

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