Nach Sommerdürre sprießen zuerst Baumpilze und Champignons

Regen bringt Pilzsegen in der Altmark

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Pilzsammeln gilt in Deutschland als Jedermannsrecht – allerdings nur für den Eigenbedarf. Ein Kilogramm Pilz-Ernte pro Person und Tag sollte der Sammler dabei nicht überschreiten.

Altmark – Für alle Pilzfreunde lohnt sich in den kommenden Tagen ein Gang in Wald, Heide sowie auf die Wiesen. Denn der Regen der vergangenen Tage bringt jetzt doch noch den ersehnten Pilzsegen, wie Experte Dr. Gerhard Schnüber aus Klötze der AZ auf Anfrage verriet.

Nach der langen Sommerdürre in Wald und Flur sprießen laut Schnüber zuerst Baumpilze und Champignons in der Altmark. „Die Funde an Maronen und Steinpilzen sind derzeit noch rar, doch sie werden folgen, sofern es weiter frostfrei bleibt“, so der Klötzer Pilzkenner.

Baumpilze wie Hallimasch und Krause Glucke werden die Pilzsucher zuerst nach den ausgiebigen Niederschlägen finden. Auf Grünflächen lohnt es sich, nach dem Wiesenchampignon Ausschau zu halten. Dr. Gerhard Schnüber gibt Interessierten und Anfängern gerne Tipps und erklärt die verschiedenen Arten, um Verwechslungen von essbaren Pilzen mit Giftpilzen zu vermeiden. „Ich freue mich über jeden, der vorbei kommt und mir seine Pilze zeigt“, so der Experte, der seit Jahren eine kompetente Adresse zum Thema ist.

„Die ersten Pilze sprießen schon. Es gilt viel nachzuholen nach dem zweiten trockenen Sommer in Folge, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das Pilzjahr noch nicht verloren ist“, sagte der Fachmann. Pfifferlinge und auch Steinpilze werden vereinzelt bereits gefunden. Ein Gang zum Experten zwecks Konsultation kann in Zweifelsfällen Leben retten und der Gesundheit gut tun: Bereits in dieser Pilzsaison häufen sich Meldungen von Vergiftungen durch den sich derzeit massenhaft vermehrenden giftigen Braunen Fliegenpilz oder den gefährlichen Pantherpilz mit dem im gekochten Zustand essbaren Perlpilz. „Schon der Genuss des Pantherpilz kann einen ziemlich außer Gefecht setzen“, so der Experte.

Interessierte können sich auch im Internet über den aktuellen Stand in Sachen Pilzsuche informieren. Regional gegliedert und sehr informativ ist zum Beispiel die Seite www.passion-pilze-sammeln.com. Dort erfährt man zum Beispiel im „Pilz-Ticker“ für Sachsen-Anhalt alles über Funde in der Altmark. An der Elbe wurden Stein- und Birkenpilze gefunden, im Elb-Havel-Winkel die Krause Glucke, Speisemorcheln an vielen feuchten Flussufern und Körbe voller Maronen in der Colbitz-Letzlinger Heide. Besonders interessant für den Experten Dr. Gerhard Schnüber waren die Massenfunde von Großsporigen Wiesenchampignons direkt in den Reihen eines abgeernteten Maisfeldes: „Da müssen die Pilzsporen bereits im Saatgut gewesen sein.“

Pilzsammeln gilt in Deutschland als Jedermannsrecht – allerdings nur für den Eigenbedarf. Ein Kilogramm Pilz-Ernte pro Person und Tag sollte der Sammler dabei nicht überschreiten. Das gewerbliche Sammeln ist untersagt. Doch was haben zwei Jahre Sommerdürre im Waldboden für Schäden angerichtet? Dr. Gerhard Schnüber: „Teilweise hat sich die Pilzflora geändert. Die Auswirkungen sind derzeit aber noch nicht ganz absehbar.“ In Deutschland gilt dennoch heute jeder vierte von derzeit rund 6000 Großpilzarten durch zu intensive Land- und Forstwirtschaft als gefährdet.

Kontakt zu Dr. Gerhard Schnüber: Klötze, Breite Straße 53, Telefon: (03909) 3758.

VON KAI ZUBER

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