Weidmänner legen statistische Jahresstrecke / Nutzwild nimmt ab

Raubwild auf dem Vormarsch

Salzwedel. Das statistische Streckelegen gehört für Kreisjägermeister Hans Ulrich Brückner zum Ende des ausgelaufenen Jagdjahres 2014/15 zu den Traditionen, bei denen auch die Schattenseiten des grünen Brauchtums am Rande zum Tragen kommen.

Diese betreffen dieses Mal die aus Brückners Sicht leider viel zu hohen Zahlen der Wildunfälle auf westaltmärkischen Straßen: 53 Verkehrsunfälle mit Damwild und neun mit Rotwild waren zu verzeichnen, 18 Muffel überlebten Zusammenstöße mit Fahrzeugen nicht, 51 Sauen, 92 Füchse und 47 Dachse verendeten ebenfalls auf den Straßen.

Beim Rehwild ist die Unfallzahl am höchsten: 1439 Stücken erlagen hier in den vergangenen beiden Jagdjahren ihren Verletzungen. „Als Mischäser sucht Rehwild verstärkt die Straßenränder und Bankette auf“, so Brückner. Wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft mit Mais, Zuckerhirse und Sudangras für die Bestückung der Biogas-Anlagen bleibt den Rehen meist keine andere Alternative, hieß es. Die Weidmänner kritisieren auch, dass viel zu wenig Landwirte vom Blühstreifenprogramm Gebrauch machen. Auch die Wiederansaat verschwundener Pflanzen sei für viele Bauern offenbar nicht interessant.

Im Sinne der Senkung der Wildunfallzahlen waren Jäger indes nicht untätig, wie Brückner bei der Mitgliedsversammlung der Salzwedeler Jägerschaft betonte: So wurden in der Hegegemeinschaft Badel-Parchen allein 900 Wildwarn-Reflektoren für 3500 Euro angeschafft und installiert. Die Jägerschaft Salzwedel setzt auch weiterhin mittels Sponsoring auf die Unfallverhütung.

Jagdlich zur Strecke kamen im ausgelaufenen Jagdjahr 228 Stücken Rotwild, 985 Stücken Damwild, 180 Muffel, 2005 Sauen, 5745 Rehe, 1495 Waschbären, 456 Marderhunde, 1540 Füchse, 217 Dachse, 598 Nutria, 27 Minke, 396 Enten, 265 Aaskrähen und 239 Elstern.

Fazit: Während das Raubwild und Raubzeug weiter auf dem Vormarsch ist, nehmen die Strecken bei nahezu allen Nutzwildarten seit Jahren extrem ab. Besonders drastisch zeigt sich diese Entwicklung beim Rehwild: In den vergangenen drei Jahren ist dort die Strecke laut Hans Ulrich Brückner um rund 400 Stücken zurück gegangen.

Von Kai Zuber

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