IM GERICHT: Im Suff Tür eingetreten / Bewährungsstrafe

Rangelei im Salzwedeler Wohnblock: Angeklagter wollte Schulden eintreiben

Salzwedel – Kein versuchter schwerer Raub, aber schwere Körperverletzung: Ein 40-jähriger Salzwedeler ist gestern durch ein Schöffengericht zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zu drei Jahre Bewährung, verurteilt worden.

Er hatte im Mai 2019 in einem Wohnblock an der Uelzener Straße in Salzwedel für jemanden Schulden eintreiben wollen und dabei eine Tür eingetreten. Es war später zu körperlichen Auseinandersetzungen unter Einsatz gefährlicher Gegenstände wie Fahrradschloss und Baseballschläger gekommen (wir berichteten).

Der einzige gestern vorgeladene Zeuge ließ sich im Salzwedeler Amtsgericht nicht blicken. Die Polizei habe ihn nicht finden können, hieß es seitens der Justiz. Ihn anzuhören, sei allerdings auch nicht zwingend notwendig, befand Richter Dr. Klaus Hüttermann. Bei dem Zeugen handelt es sich um einen der Mieter in dem betroffenen Wohnblock.

Die Verhandlung wurde für Beratungen zweimal unterbrochen. Das Gericht machte früh klar, dass ein versuchter Raub nicht nachweisbar sei.

Dennoch wollte Richter Hüttermann vom Angeklagten wissen, warum er überhaupt die Tür zu der Wohnung, wo der Schuldner lebte, eingetreten hat. „Weiß nicht“, antwortete der 40-Jährige, der laut Polizeibericht zur Tatzeit ordentlich unter Strom stand, konkret: 2,78 Promille. Auch zum ersten Verhandlungstag vor drei Wochen war er nicht nüchtern erschienen. Die Wohnung selbst habe er nicht betreten; die Rangelei mit den Bewohnern sei auf dem Flur passiert, sagte der Mann aus.

Der Angeklagte ist der Justiz seit Langem bekannt. Richter Hüttermann las 19 Einträge vor. Weil der 40-Jährige unter Bewährung steht, gab es eine Einschätzung seiner Bewährungshelferin. Der Angeklagte selbst erklärte, einen Job in der Baubranche in Aussicht zu haben.

In seinem Urteil begnügte sich das Gericht mit der Mindeststrafe von drei Monaten bei drei Jahren Bewährung. Es handele sich um einen minderschweren Fall. Aussagen widersprächen sich; die Vorstrafen seien im Wesentlichen nicht einschlägig.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn/Picture-alliance/Arne Dedert

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