Menschenrechtler Steudtner & Co. nach wie vor in Haft

Prozessauftakt gegen Journalisten in Istanbul

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Peter Steudtner, der auch in der „Kurve“ Wustrow als Trainer für gewaltfreie Konfliktaustragung aktiv war, ist nach wie vor in der Türkei inhaftiert.

Istanbul / Wustrow. Der Prozess gegen 17 Journalisten und andere Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Tageszeitung „Cumhuriyet“ hat in Istanbul begonnen.

Can Dündar, bis vor einem Jahr Chefredakteur der Zeitung, lebt derzeit in Deutschland; in der Türkei würde ihn eine mehrjährige Haftstrafe erwarten, gegen die Dündar in Berufung gegangen ist.

Das Klima zwischen Deutschland und der Türkei wird indes immer frostiger. Als Reaktion auf die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner, der auch in der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion „Kurve“ Wustrow (Lüchow-Dannenberg) aktiv ist (AZ berichtete), und anderer Deutscher hatte das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für die Türkei verschärft.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel unterbrach angesichts der angespannten Lage sogar seinen Urlaub und kritisierte die Erdogan-Regierung scharf. Rückendeckung bekommt er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die letzten Reste an Kritik und Opposition in der Türkei „werden jetzt verfolgt, werden ins Gefängnis gesteckt, mundtot gemacht“, sagte Steinmeier im ZDF-Sommerinterview. „Das können wir nicht hinnehmen.“

Auch wirtschaftlich macht Deutschland Druck auf die Türkei. Die Absicherung von Türkei-Geschäften der deutschen Wirtschaft durch sogenannte Hermes-Bürgschaften steht auf den Prüfstand. Überdacht werden sollen auch Investitionskredite, Wirtschaftshilfen und EU-Hilfen.

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