30-Jähriger erhält drei Jahre Bewährung und eine Geldstrafe / Schnelles Geständnis

Prozess in Salzwedel: Familienvater baut Drogen an und handelt über das Darknet

Salzwedel – Ein zweifacher Vater ist angeklagt gewesen, Drogen und ein Springmesser besessen zu haben. Eine Geldstrafe und Bewährung lautete das Urteil am Ende.

Der 30-Jährige hatte laut Anklage Gras gekauft, besessen und angebaut.

Des Weiteren soll er Kokain, Amphetamine und MDMA über das Darknet gekauft haben. Die Drogen und und sechs Cannabispflanzen wurden bei einer Durchsuchung der Wohnung von drei Beamten gefunden. Außerdem ein fünf Zentimeter langes Springmesser. Laut Aussage des Beschuldigten habe er das Messer für Gartenarbeit gebraucht und auf einem Flohmarkt erworben.

Auf die Frage des Richters, wie er an die Drogen gelangt sei, erklärte dieser, sie im Darknet gekauft zu haben. Mithilfe von YouTube – wo er eine genaue Anleitung fand – und Bitcoins erwarb der Beetzendorfer demnach die illegalen Substanzen. Insgesamt 220 Euro hätte er ausgegeben, erläuterte der Angeklagte bei seinem Geständnis.

Der erste Zeuge wurde noch befragt, auf seine zwei Polizei-Kollegen wurde verzichtet, da die Tat bereits gestanden war. Der Beamte beschrieb den Fund in der Wohnung, in der der Familienvater mit Frau und Kindern wohnt. Durch die Kooperation und das Geständnis des Angeklagten ging es schnell voran. Die Staatsanwältin forderte ein Jahr Haft – auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt und zusätzlich eine Geldstrafe von 700 Euro. Die Verteidigung wollte die Bewährung auf zwei Jahre verkürzen und statt 700 auf 200 Euro reduzieren. Nach 20 Minuten Beratung entschied das Schöffengericht: ein Jahr Haft, auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt und ohne Bewährungshelfer. Dazu 700 Euro Geldstrafe in Ratenzahlung – 35 Euro jeden Monat, damit der Vater noch genug Geld für seine Familie zur Verfügung habe, so das Gericht. lz

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