Wartmann: „Wir leisten Pionierarbeit“

Projekt um VR-Brille mit 3D-Musikinstrumenten zum Spielen wird greifbar

Virtueller Proberaum
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So sieht der virtuelle Proberaum mit Blick durch die VR-Brille aus. Noch etwas kahl, doch der „abgerockte Proberaum-Charme“ soll noch kommen.
  • VonLydia Zahn
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Ein Musikinstrument ohne Instrument spielen – klingt unmöglich, ist es aber nicht. Denn genau daran arbeitet der Verein „Aktion Musik“ / „Local Heroes“ in der Jugendkulturetage des Soziokulturellen Zentrums „Hanseat“ in Salzwedel.

Salzwedel – Das Ganze soll mit einer VR-Brille (Virtual-Reality-Brille) funktionieren. Seit einigen Monaten tüfteln die Akteure des Vereins bereits gemeinsam mit dem Protohaus in Braunschweig an dem Projekt „Virtual Music Lab“. Zur Erinnerung: Das Ziel des Projekts ist es, sich die VR-Brille aufzusetzen, virtuell in die Proberäume des Vereins zu treten, aus fünf Instrumenten eines auszuwählen und dieses zu spielen, ohne es wirklich in der Hand zu haben. Dadurch soll das Interesse zur Musik angeregt werden. Der Vorteil dabei: Keiner hört die auch mal missglückten ersten Versuche.

Ein Anliegen für Julia Wartmann, Geschäftsführerin des Projekts „Local Heroes“, ist es, dass sich mehrere Spieler im virtuellen Proberaum treffen und zusammen musizieren können. „Aktuell kann nur einer spielen. Ziel war es eigentlich, eine ganze Band in den Raum zu bekommen. Jedoch werden wir das in den verbleibenden vier Monaten nicht schaffen. Ich halte es für unrealistisch“, erklärt sie leicht betrübt. Doch davon lassen sich Wartmann und der Rest des Teams nicht unterkriegen. Zu viel wurde schon geschafft, worauf die Akteure stolz sein können. Bis Ende des Jahres haben sie noch Zeit, das Projekt abzuschließen.

Projektorganisatorin Antje Reich spielt Bass, ohne wirklich einen in den Händen zu halten.

Die monatelange Arbeit macht sich bezahlt. Mittlerweile wurden Trompete, Bass, Djembe (Trommel) sowie Klavier und Gitarre vertont. Die ersten drei können schon virtuell gespielt werden. Dafür wurden beispielsweise über 2000 Töne des Klaviers aufgenommen. „Wir wollen, dass man das Instrument so natürlich wie möglich spielen kann“, erzählt Wartmann. Auch der Proberaum kann bereits durch die VR-Brille gesehen werden. Jedoch fehlt noch die Deko, der „abgerockte Proberaum-Charme“, wie die „Local Heroes“-Chefin beschreibt. Und: „Es macht super viel Spaß, daran zu arbeiten. Es gibt so etwas noch nicht. Wir leisten da wirklich Pionierarbeit.“

Die VR-Brille soll ab September in Prototypen-Workshops getestet werden, verrät Wartmann. Jugendliche sowie Musiker sollen das Gerät samt Programm auf Herz und Nieren prüfen. Im Oktober und November soll es dann mit den Brillen an Schulen im Raum Salzwedel, Magdeburg und Braunschweig gehen. „Musikunterricht ist ein Fach, welches häufig ausfällt“, beginnt Wartmann. „Unsere Aufgabe als Verein lautet, musikalische Bildung im ländlichen Raum zu fördern. Und ich denke, das ist ein guter Weg.“ Schulen, die an einem solchen Besuch interessiert sind, können sich bei dem Projektteam rund um Julia Wartmann über die Internetseite www.virtualmu-siclab.de melden.

Das „Virtual Music Lab“-Projektteam arbeitet mit VR-Brillen der Marke Oculus.

Wer die virtuelle Musikwelt ebenfalls betreten und erkunden möchte, muss sich noch etwas gedulden. Bis die kostenlose App erscheint, dauert es noch etwas. Danach kann sie aber einfach über den App-Store der Oculus VR-Brille heruntergeladen und ausprobiert werden.

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