Vor 100 Jahren wurde Ulanen-Denkmal eingeweiht

Preußenvereins-Mitglieder berichten über Geschichte hinter dem Gedenkstein

Zwei Männer
+
Dr. Wolfgang Fölsch (l.) und Gerald Herr ließen eine Informationstafel für das Ulanen-Denkmal setzen.
  • VonLydia Zahn
    schließen

Auf den Tag genau vor 100 Jahren wurde das Ulanen-Denkmal – das heute am Dreiländereck steht – eingeweiht.

Salzwedel – Zu diesem Anlass ließ der Preußenverein mit der Unterstützung der Stadt, dem Wissen von Ulrich Kalmbach vom Danneil-Museum und Stadtarchivar Steffen Langusch eine Informationstafel davor aufstellen. Dr. Wolfgang Fölsch und Gerald Herr, Mitglieder des Preußenvereins, erzählten in diesem Zuge der AZ, wie es zu dem Denkmal kam und wo es früher einmal stand, bevor es spurlos verschwand.

Das Ulanen-Regiment Nummer 16 wurde im Jahr 1866 gegründet und in Salzwedel und Gardelegen stationiert. Bekannt wurde das Kommando durch die hohen Verluste während der Schlacht von Mars la Tour im Deutsch-Fränzösischen Krieg 1870. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde es dann aufgelöst. „In Erinnerung an die Gefallenen und das Regiment, wurde das Denkmal errichtet und am 13. und 14. August 1921 eingeweiht“, erklärt Fölsch. Die Gelder für das Vorhaben waren durch die Unterstützung zahlreicher Bürger schnell zusammen gekommen.

Die Frage, wo das Denkmal aufgestellt werden könnte, brachte mehrere Ideen mit sich. Ursprünglich sollte es vor der Katharinenkirche errichtet werden. Doch: „Die Katharinen-Gemeinde hatte sich dafür ausgesprochen, aber höhere kirchliche Instanzen lehnten es ab. Somit war der Ort gescheitert“, weiß Fölsch. Weitere Vorschläge waren am Bahnhof oder auf dem Rathausturmplatz. Letzteres wurde es schlussendlich.

Die Einweihung des Denkmals vor genau 100 Jahren: Kurz nach dem Ersten Weltkrieg kamen viele Menschen zusammen – die Trauer war noch groß.

Den Entwurf steuerte der Berliner Bildhauer Hans Dammann bei. Die Ausführung übernahmen die Bildhauer Mettel aus Salzwedel und Mertens aus Klötze. Zur Einweihung im August 1921 kamen zahlreiche Menschen (siehe Bild unten rechts). „Die Trauer um die gefallenen Soldaten war noch sehr groß“, erzählt Fölsch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 wurde das Denkmal abgerissen. Grund dafür war der Beschluss der 30. Direktive des Alliierten Kontrollrates im Mai 1946. Demnach sollten kriegsverherrlichende Denkmäler, die seit 1914 errichtet wurden, abgerissen oder zumindest verändert werden. „Der Salzwedeler Rat hatte durchaus Einfluss darauf, welches Denkmal es sein soll. Die Entscheidung lautete: Das Denkmal im Burggarten bleibt, das Ulanen-Denkmal muss weichen“, berichtet Fölsch. Im Februar 1947 wurde es dann abgerissen und galt danach als verschollen.

Erst nach der Wende, Anfang der 1990er-Jahre, wurden die Muschelkalkplatten auf dem Perver Friedhof wiedergefunden und auf Initiative des Denkmäler-Schutzvereins erneut aufgestellt. Dieses Mal am Dreiländereck. Der Ulan-Reiter in Friedensuniform bleibt bis heute jedoch verschwunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare