Zuletzt nur ein Randthema

Pretzier: Corona und Bäcker haben Dorfladen scheinbar verdrängt

Noch im Dezember 2019 war das Pretzierer Dorfladenprojekt eine publikumsintensive Sache. Ein halbes Jahr und eine Pandemie später haben sich die Bedingungen – und vielleicht auch der innerörtliche Bedarf – verändert.
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Noch im Dezember 2019 war das Pretzierer Dorfladenprojekt eine publikumsintensive Sache. Ein halbes Jahr und eine Pandemie später haben sich die Bedingungen – und vielleicht auch der innerörtliche Bedarf – verändert.

Pretzier – Es ist schon ein wenig bezeichnend, dass das eigentlich groß diskutierte Thema Dorfladen in Pretzier während der jüngsten Ratssitzung zu Beginn der vergangenen Woche nur am Rande erwähnt wurde.

Wie es scheint, hat die Corona-Krise das ehrgeizige Projekt eines innerdörflichen Einkaufsortes nach hinten geschoben.

Das liegt nicht unbedingt an den Pretzierern selbst. Beim Land sei das Thema zurückgestellt worden, Fördermittel kämen derzeit keine, unterrichtete Ortsbürgermeister Herbert Schulze über den aktuellen Stand.

Allerdings: Die Stadt Salzwedel war mit ihrer Dorfladenbewerbung für eine Landesförderung Anfang März – also noch vor der Pandemie – nicht erfolgreich gewesen. Seither war kaum etwas über die weitere Zukunft des Vorhabens zur Öffentlichkeit durchgedrungen.

Aber vielleicht ist der Bedarf auch nicht mehr derselbe wie noch vor einigen Monaten. Auch darüber wurde während der Ratsversammlung gesprochen. Denn mit dem neuen Bäcker in der Ortsmitte sei ein erweitertes Sortiment hinzugekommen, außerdem eine Art Lieferservice, hieß es nun aktuell in Pretzier. Angebote also, die eigentlich ein Dorfladen eta-blieren sollte.

Vize-Bürgermeister Frank Pieper, beim Thema Dorfladen ohnehin immer auf Vorsicht und Besonnenheit pochend, stellte die Finanzierung des Vorhabens beispielsweise über Privatmittel infrage. Seiner Meinung nach sei der einzige Weg, Geld dafür zu generieren, der Ausbau der örtlichen Windkraft. Nur dann könne ein Dorfladen auch auf festen Füßen finanziert werden, erläuterte Pieper sinngemäß. Der Haken: Das Repowering von Windanlagen (Ersetzen kleinerer Anlagen durch größere) im Dreieck Pretzier, Groß Chüden und Buchwitz ist durch Höhenbeschränkungen praktisch ausgebremst worden.

VON JENS HEYMANN

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