Idee einer Fachstelle: Sucht-Risiken werden nicht immer erkannt

Prävention als Mittel gegen Sorglosigkeit

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Suchtproblematiken spielen im Altmarkkreis immer wieder eine Rolle. Verantwortliche fordern, dass eine Fachstelle für Prävention in der Region geschaffen wird. Symbolbild: dpa

Salzwedel. „Erschreckend ist festzustellen, dass Kinder und Jugendliche ohne Risikogedanken verschiedenste Drogen testen und konsumieren.

Das Wissen um negative Auswirkungen der Drogen wird von den konsumierenden Jugendlichen überwiegend ignoriert“, heißt es in der aktuellen Sozialplanung für den Altmarkkreis Salzwedel. Diese wurde 2017 vorgestellt, eine darin formulierte Idee wird mehr und mehr aufgegriffen. Expertinnen der Arbeiterwohlfahrt schlagen konkret vor, eine Fachstelle für Suchtprävention zu schaffen. Schriftlich verfasste Details zu diesem Projekt sind Bestandteil der Arbeit des Jugendhilfeausschusses. Dieser tagt das nächste Mal am Mittwoch, 20. Juni, ab 17 Uhr im Raum Gardelegen der Salzwedeler Kreisverwaltung.

Neben Erklärungen zur aktuellen Situation geht es auf dem Papier auch um mögliche Angebote. So könnten bundes- und landesweit vorhandene Programme verstärkt innerhalb des Kreises in die Tat umgesetzt werden. Dies ist derzeit in den Bildungsstätten nur sehr eingeschränkt möglich, da die Experten mit Beratungstätigkeiten zu tun haben. Die häufigsten Arten des Drogenmissbrauchs sind das Rauchen von Cannabisprodukten, zunehmender Mischkonsum und synthetische Drogen. Im Sozialplan wird auch deutlich gemacht, dass sämtliche Produkte auf dem Markt zu bekommen sind. Ein weiteres Hauptproblem im Altmarkkreis ist der Alkohol.

Im Rahmen der Fachstelle könnten zeitliche Räume geschaffen werden, um bundes- sowie landesweit vorhanden Präventionsprojekte in hiesigen Bildungsstätten regelmäßig umzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Themenschwerpunkte wie Alkohol und Tabak, Mediensucht, Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten und Wettbewerbe zu Förderung des Nichtrauchens. Denkbar seien auch individuelle Angebote für Grund- und Sekundarschulen sowie Gymnasien. Ein weiteres Ziel: Erziehrinnen in Kindertagesstätten und Horten zu sensibilisieren. Auch der Umgang mit den Eltern spielt dabei eine Rolle.

Ob eine Fachstelle tatsächlich praktisch umgesetzt wird, hängt auch von der Finanzierung ab. Eine Idee, wie diese auf die Beine gestellt werden könnte, gibt es. Der Altmarkkreis kann bis zu 50 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt bekommen.

Von Christian Ziems

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