Direktion dementiert Degradierung

Polizeichef im GÜZ, nicht in der Wüste

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Polizeirat Meinecke befindet sich im Einsatz und wird im Anschluss daran seine Aufgaben als amtierender Leiter des Polizeireviers Salzwedel weiter wahrnehmen“, erklärt Frank Küssner, Pressesprecher der Polizeidirektion Magdeburg Nord auf AZ-Anfrage.

Salzwedel / Magdeburg. Die Polizeistrukturreform von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) ist weiterhin umstritten. Deren Umsetzung sorgt vor allem in Polizeikreisen heftig für Wirbel. Wenig dringt davon an die Öffentlichkeit.

Dabei geht es um die so genannten Regionalbereichsbeamten und die noch verbleibenden Möglichkeiten, einen effektiven Streifendienst im Altmarkkreis aufrecht zu erhalten.

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Nach Recherchen der AZ soll der Revierleiter des Altmarkkreises Salzwedel, Polizeirat Sven Meinecke, Kritik an der Umsetzung der Reform geübt haben, worauf er „in die Wüste geschickt“ worden sei. „Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Polizeirat Meinecke befindet sich im Einsatz und wird im Anschluss daran seine Aufgaben als amtierender Leiter des Polizeireviers Salzwedel weiter wahrnehmen“, erklärt Frank Küssner, Pressesprecher der Polizeidirektion Magdeburg Nord auf AZ-Anfrage. So ist Meinecke nicht „in der Wüste“, sondern auf dem Truppenübungsplatz „Altmark“. Stichwort: antimilitaristisches Friedenscamp. Dort sei er bei der Sicherung des Gefechtsübungszentrums momentan mit der Abschnittsführung beauftragt. Vertreten wird der Polizeichef im Amt von seinem Stellvertreter und Leiter Schutzpolizei, Polizeirat Sebastian Heutig.

Sven Meinecke, der Anfang 2011 zunächst Leiter der Schutzpolizei wurde, führt das Revier seit Anfang Oktober 2011 kommissarisch, da Revierleiterin Sandra Schmidt „zeitweise“ ins Innenministerium abgeordnet ist. Dort sollte sie an der Vorbereitung und Umsetzung der Polizeistrukturreform mitwirken. Wann Sandra Schmidt nach Salzwedel zurückkehren wird, sei nicht abzusehen, so der Pressesprecher. Insider sehen das als eher unwahrscheinlich an.

Sowohl fachlich, als auch disziplinarisch gebe es keinerlei Gründe, dass Sven Meinecke die Aufgabe als Revierleiter nicht auch weiterhin wahrnimmt, sagte Polizeisprecher Küssner. Und weiter: Einzelheiten der „Organisationsfortentwicklung der Polizei“ würden gegenwärtig erarbeitet. Dazu gehöre auch, ob und welche Veränderungen es in Führungspositionen geben werde. Diese würden frühestens 2015 wirksam. In jedem Fall werde Meinecke mit seinen Erfahrungen auch künftig im höheren Dienst als Führungskraft in der Region eine verantwortungsvolle Position ausüben, so Küssner. Wo auch immer das dann sein mag.

Von Holger Benecke und Christian Wohlt

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