Gefahren, die im Internet lauern

Polizei setzt auf Prävention: Aufklärung in der Comenius-Schule und der Salzwedeler Innenstadt

Schüler und ein Polizist
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Polizist Norman Wagner besuchte am Mittwoch die Klasse 6b der Comenius-Schule in Salzwedel. Er wollte die Schüler in Hinblick auf das Thema Internet, Chatten und pornografische Inhalte sensibilisieren.
  • vonLydia Zahn
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Die Polizei hatte sich am Mittwoch das Ziel gesetzt, in Salzwedel unter anderem über die Gefahren im Internet aufzuklären.

Salzwedel – „In Whatsapp-Chats oder -Gruppen kommt es immer öfter vor, dass pornografische Videos versendet werden. Dafür wollen wir die Schüler sensibilisieren“, begann Polizist und Präventionsbeamter Norman Wagner im AZ-Gespräch. Er und Doreen Schulz von der Netzwerkstelle Schulerfolg im Altmarkkreis Salzwedel besuchten gestern die Klasse 6b der Comenius-Schule. Ihr Ziel: Über Gefahren im Internet aufklären.

Zeitgleich war in der Salzwedeler Innenstadt das Präventionsmobil des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt unterwegs. Die Kriminalbeamten Fred Brehmeier und Jörg Hubatschek verrieten den Passanten am Rathausturmplatz, worauf bei Diebstahl, Einbrüchen und Betrug zu achten ist und wie man sich davor schützen kann.

Die 24 anwesenden Jungen und Mädchen der Klasse 6b erwartete gestern ein eineinhalbstündiges Projekt. Unter #denkenstattsenden klärte Polizist Norman Wagner – der seit rund einem Jahr in der Prävention tätig ist – die Schüler über verschiedene Themen auf. Dabei wurde er von Doreen Schulz und Schulsozialarbeiter der Comenius-Schule Carsten Ahlborn unterstützt.

Kinderpornografie und Cyber-Grooming

Pornografie war einer der Punkte, die behandelt wurden. Aber auch die Rechte am eigenen Bild und die Auswirkungen, wenn Fotos verschickt werden, wurden angesprochen. Außerdem welche Daten lieber nicht preisgegeben werden sollten und wie gefährlich Cyber-Grooming (Täter suchen im Internet nach jungen Opfern) ist.

„Es ist nicht das Ziel, ihnen angst zu machen. Wir wollen sie sensibilisieren, dass es Gefahren im Internet gibt und dort nicht nur liebe Menschen sind“, erklärte Ahlborn. Ihm sei wichtig, dass sich die Kinder, sollten sie ein ungutes Gefühl haben, einen Erwachsenen zum Reden suchen. Er wendet sich auch an die Eltern der Kinder. „Es ist wichtig, darüber zu reden und nicht einfach alles zu verteufeln oder zu verbieten. Eltern sollten sich regelmäßig mit ihren Kindern hinsetzten und auch mal das Handy zeigen lassen“, meint der Schulsozialarbeiter.

Norman Wagner sieht vor allem darin eine Notwenigkeit, den Jungen und Mädchen zu verstehen zu geben, dass nicht alles, was sie geschickt bekommen, einfach weiterzuleiten. Vor allem bei Kinderpornografie. „Das ist eine Straftat“, machte er unmissverständlich deutlich.

Die Kriminalbeamten des Landeskriminalamtes aus Magdeburg Fred Brehmeier (l.) und Jörg Hubatschek berieten gestern im Präventionsmobil in Salzwedel.

Falsche Polizisten und Enkel in Not

Um Straftaten ging es gestern auch bei den Kriminalbeamten Fred Brehmeier und Jörg Hubatschek. Mit dem Augenmerk auf Diebstahl- und Einbruchsschutz berieten sie von 10 bis 14 Uhr Interessenten im Präventionsmobil. „Von der Sicherung des Fahrrades bis hin zum Haus ist alles mit dabei“, erklärte Brehmeier. Aber auch in einem anderen Bereich sahen die Beamten die Aufklärungsarbeit als notwendig an. Betrugsmaschen an der Haustür, am Telefon oder über den Computer würden immer mehr werden. „Die Einbruchszahlen sinken, dafür steigen die Betrügereien über Medien. Da sind Täter, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben oder als Enkelkinder die Hilfe brauchen“, berichtet Brehmeier. Auch Fake-Shops seien ein großes Problem. Der Kriminalbeamte rät: „Wirklich mal genau schauen, bevor ich bezahle, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt.“

Wer bemerkt, dass er in eine Falle getappt ist, aber noch kein Betrug vorliegt, sollte sich an die Verbraucherzentrale wenden, legt Brehmeier Geschädigten ans Herz. Außerdem: „Nicht schämen, dass man Opfer einer Böswilligkeit geworden ist. Das ist schon ganz anderen Leuten passiert. Und wer es nicht schafft, eine Anzeige bei der Polizei aufzugeben, kann diese auch über das Elektronische Polizeirevier Sachsen-Anhalt tun.“

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