Kommentar zum Thema Breitband-Versorgung in der Altmark

Da platzt uns die Hutschnur

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(Symbolbild)

Die Altmark ist nicht nur weit entfernt von jeder Autobahn – ok, der Stendaler Raum bekommt ja bald die A 14 –, sie hat auch einen weiteren Strukturnachteil: weitgehend noch immer kein schnelles Internet.

Der kommunale Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) verspricht das Glasfasernetz seit sechs Jahren (!). Außer 1.041 Anschlüssen im Raum Arneburg ist nicht viel passiert.

Oder doch? Es wird viel geredet in Sachen Digitalisierung. In dieser Woche erst bei einem Workshop in Zichtau, zu dem der ZBA eingeladen hatte. Man erhoffe sich Impulse für neue digitale Vorhaben, hieß es.

Ach was. All jenen, die seit Jahren auf schnelles Internet warten, dürfte da die Hutschnur platzen. Weil der ZBA einfach nicht aus den Puschen kommt. In Arendsee war zum Beispiel die letzte Info-Veranstaltung 2017. Seither hat man dort nichts mehr gehört. Dort und anderswo fragt man sich: Wann geht es denn nun endlich los? Ein Blick auf die Homepage des Zweckverbandes ist da wenig hilfreich. Man rühmt sich damit, was im Projektgebiet I schon passiert ist, aber ein Zeitplan für die Projektgebiete II und III wird nicht veröffentlicht. Lediglich, dass die Ausschreibungen im zweiten Quartal 2019 laufen sollen und Baustart voraussichtlich im vierten Quartal 2019 ist. Es geht also noch viel Zeit ins Land ...

Zeit, in der andere Internetanbieter aktiv werden und dem ZBA Konkurrenz machen. Der braucht eine 50-prozentige Anschlussquote, um ein Gebiet wirtschaftlich mit Breitband zu versorgen. Wo diese Quote erreicht wird bzw. bei welcher Quote man aktuell ist, bleibt ein Geheimnis. Da ist es überhaupt kein Wunder, wenn sich die Menschen in den strukturschwachen Gegenden gegen den ZBA entscheiden. Da nützen auch schöne Worte wie „Wir halten die Glasfaserstrategie für den richtigen Weg“ nichts. Im Gegenteil. So etwas bringt die Altmärker auf die Palme. Sie wollten Taten sehen, Zeitpläne, eine Antwort auf die Frage: „Wann genau bekomme ich denn nun schnelles Internet?“

„Wir ermöglichen in der Altmark den schnellsten und schönsten Heimarbeitsplatz der Welt“, heißt es auf der Homepage des ZBA. Wenn wir Rentner sind, brauchen wir keinen Heimarbeitsplatz mehr!

Von Ulrike Meineke

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