Kunsthausstiftung will Salzwedeler Bürger in den Umbau des ehemaligen Lyzeums einbeziehen

Pate für Tür und Giebel gesucht

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Suchen sich schon ihr Patenobjekt heraus (v.l.): Stiftungsratsvorsitzender Dirk Lüttich, Geschäftsführer der Kunsthaus-Stiftung, Dietrich von Gruben, sowie Achim Dehne, Vorstandsmitglied. Alle drei hoffen Altmärker in das Projekt einbeziehen zu können.

Salzwedel. Ab heute können einzelne Bauteile des zukünftigen Kunsthauses Salzwedel mittels einer Patenschaft übernommen werden. Das teilte gestern Kunsthaus-Mäzen Dietrich von Gruben in einem Pressegespräch mit der AZ mit.

Folgendermaßen läuft die Patenschaft für Tür, Giebel und Co. ab: In der Salzwedeler Tourist-Info, der Commerzbank sowie in der Hauptfiliale der Sparkasse Altmark-West liegen ab heute Hefte aus, in denen aufgelistet ist, welches Bauteil zu welchem Preis erworben werden kann. So kostet ein Dachziegel mit persönlicher Widmung 50 Euro. Etwas kostspieliger wird es dann schon bei Fenstern oder Dachrinnen, diese liegen zwischen 250 und 300 Euro. Ganz weit oben auf der Liste rangieren Dachreiter (25 000 Euro) oder das gesamte vordere Eingangsportal für 20 000 Euro. Zur Erinnerung: Der Altmarkkreis hatte seinerzeit das ganze ehemalige Lyzeum für 35 000 DM an einen Hamburger Privatmann verkauft.

„Wir wollen damit die Altmärker stärker in das Projekt einbinden, Identifikation stiften“, erklärte von Gruben und betonte: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Wenn also ein Objekt Patenonkel oder -tante bekommen hat, ist es weg. Von Gruben und seine Mitstreiter wollen mit der Aktion natürlich auch Geld für den Umbau sammeln. „Wenn für alles ein Pate gefunden wird, ergibt das 280 000 Euro.“ Angesichts der geschätzten Kosten für den Komplettumbau von 2,6 Millionen Euro nur ein kleiner Teil, Auch von Gruben weiß das, hofft aber: „Die Jugend von heute wird in zwanzig, dreißig Jahren mit Freude ans Kunsthaus kommen und sich über ihre persönlichen Objekte freuen.“

Das Heft kann für eine Schutzgebühr von drei Euro auch mit nach Hause genommen werden. Doch von Gruben wäre es am liebsten, wenn diese zurückgegeben werden, „dann haben alle Salzwedeler zu jeder Zeit etwas davon“, hofft er auf Verständnis. Und außerdem: „Weihnachten ist bald, Liebhaber stehen bestimmt Schlange. Also ran halten.“

Von Steffen Koller

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