Bezahlen mit einem Kübel Müll

Parallelwährungen sind modern: Chüden macht es mit Pfandmarken vor

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Ein Kübel Müll ist Chüdens Währung bei Festen. Nur dieser wird am Bratwurststand akzeptiert.

Groß Chüden – Wer immer gedacht hat, nur der Euro (oder die einstige D-Mark) ist das einzig Wahre, der täuscht sich.

Denn Parallelwährungen sind in Mode; sei es der weltumspannende Facebook-Konzern mit seinem geplanten Zahlungsmittel Libra oder der umstrittene Bitcoin, dessen Wert gerne kometenhaft aufsteigt und ebenso rasant wieder abrauscht. Und manch ehemaliger DDR-Bürger kann sich noch an die alten Forumschecks erinnern, ab 1979 für Einheimische das Zahlungsmittel in den Intershops – die übrigens heutzutage unter Sammlern mitunter wieder für viel Geld gehandelt werden.

Doch auch in der Altmark gibt es sie, die Parallelwährungen, die meist nur Insidern bekannt sind. So geschehen vor einiger Zeit in Groß Chüden. Beim Kinderfest gab es die Bratwurst nicht gegen Euro, sondern gegen einen Kübel Müll. Da blieben die Veranstalter hart. Glücklicherweise ist der Chüdener Kübel Müll zu solchen Anlassen frei konvertierbar – auch ganz ohne Zwangsumtausch für Gäste von jenseits der Dorfgrenze. Der Einsatz solcher Pfandmarken hat übrigens einen praktischen Hintergrund: So brauchst es lediglich eine Kasse. Und die alten Müllchips haben noch einen Zweck.

VON JENS HEYMANN

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