Vom Aussterben bedroht: Vogel- und Helmarzurjungfer leben nahe Chüttlitz

Paradies für Libellen

Martin Schulze fing gestern zur Kontrolle ein paar der seltenden Libellen (kleines Foto), um sie gleich danach wieder freizulassen. Die beiden Arten werden bis zu drei Zentimeter groß.
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Martin Schulze fing gestern zur Kontrolle ein paar der seltenden Libellen (kleines Foto), um sie gleich danach wieder freizulassen. Die beiden Arten werden bis zu drei Zentimeter groß.

Chüttlitz. Der Graben am Mühlendamm nahe des Salzwedeler Ortsteiles Chüttlitz wirkt auf den ersten Blick wie jeder andere. Doch dort leben zwei Libellenarten, die vom Aussterben bedroht sind.

Der biologische Gutachter Martin Schulze unterstrich gestern während eines Pressegespräches, dass es sich dabei um die derzeit nördlichste Population überhaupt handelt. Vogel- und Helmazurjungfer wurden dort 2013 erstmals entdeckt. Wahrscheinlich fühlen sie sich dort aber schon länger wohl und konnten sich im einstigen Grenzbereich ungestört entwickeln.

Der BUND Sachsen-Anhalt und der Unterhaltungsverband Jeetze reagierten darauf. So erfolgt eine zeitige Mahd, die den Wasserabfluss sichert. „Ohne die Pflege des Grabens könnten die Libellen nicht existieren“, ist sich Martin Schulze sicher. Uwe Heinecke, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes, ergänzte, dass Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang gebracht werden können. Dafür wird zunächst nur eine Seite des Grabens gemäht. Für die Tiere bleiben damit Rückzugsmöglichkeiten. Zudem wird vor allem das Schilf geschnitten, da der Graben sonst zuwächst. Der Libellenschutz wird vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt gefördert.

Ina Pentz vom BUND wünscht sich, dass sich die Libellenarten nicht nur an dieser Stelle vermehren, sondern generell ausbreiten. So wird versucht entlang des Grabens einen Ackerrandstreifen zu schaffen. Dafür muss es aber noch Absprachen mit den Landwirten geben.

Während der gestrigen Überprüfung des Libellenbestandes wurde deutlich, dass die Population nahe Chüttlitz zurück gegangen ist. Dies hat natürliche Ursachen. Starkregen hat den Tieren zu schaffen gemacht. Libellen sind sehr empfindlich, ihre Flügel verkleben schnell. Sie leben nur ein paar Monate.

Von Christian Ziems

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