Kaum noch Kunden durch neue Baustellenregelung

Pächterin: „B 71-Bau wird zum Job-Killer“

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Durch die Baustellenregelung bleiben die Tankkunden aus. Dafür nutzen viele Autofahrer das SB-Gelände als Abkürzung. Pächterin Heike Burchardt bangt um die Jobs ihrer Mitarbeiter.

Salzwedel. „Wir sind auf jeden Kunden scharf wie das Finanzamt auf unsere Steuergelder, von denen diese Straße gebaut wird. “ SB-Tankstellenpächterin Heike Burchardt ist stinksauer.

Gestern ist das eingetreten, was sie bereits vor Baubeginn an der Thälmannstraße befürchtet hat: Statt zwischen 50 bis 70 Tankkunden pro Stunde kommen nun nur noch vier in drei Stunden.

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Dabei wäre das Problem ganz einfach zu lösen, sagt Burchardt, indem die Fußgängerampel an der Tankstelle einfach auf Dreiseitenschaltung bleibt. Dann können nicht nur Rechts-, sondern auch Linksabbieger an die Zapfsäulen. Zumal das problemlos funktioniert, wie etliche Autofahrer beweisen. Nichtsdestotrotz herrscht reger Fahrzeugverkehr auf dem SB-Gelände. Alle, die aus dem Wohngebiet Arendseer Straße in die Stadt wollen, fahren über den Netto-Parkplatz und biegen dann von der Tankstelle aus auf die Thälmannstraße.

„Das bringt mir aber keine Kunden“, ärgert sich Heike Burchardt über die hohen Einnahmeverluste durch die Baustelle. „Ich bin für neun Arbeitsplätze verantwortlich“, macht sie klar. Dass es Behinderungen durch den Bau geben wird, war ihr von Anfang an klar. Bei einem Gespräch vor Baubeginn mit dem Bauherrn Manfred Krüger, Chef der Landesstraßenbaubehörde (LSBB), war ihr zugesichert worden, dass die Erreichbarkeit der Tankstelle auch für Linksabbieger maximal ein, bis zwei Tage eingeschränkt sein könnte.

Burchardt: „Das sind Machtspiele der LSBB: Wir haben die Macht und wir zeigen dir, wo es langgeht“, ist die Pächterin über den Umgang mit ihr entsetzt.

Selbst die Tanklastzüge müssen Umwege fahren, um die SB zu versorgen. Da die Gefahrguttransporter nicht durchs Wohngebiet dürfen, steuern deren Fahrer erst einmal in Richtung Magdeburg, drehen auf dem Fuchsberg-Kreisel um, um dann als Rechtsabbieger (noch) aufs Tankstellengelände zu kommen. Die Pächterin hatte bereits vor dem Baubeginn an der B 71 über 5000 Unterschriften von ihren Kunden gesammelt, die ebenfalls eine unkomplizierte Erreichbarkeit der Tankstelle fordern. „Das Anliegen von über 5000 Steuerzahlern scheint die Herren beim LSBB offenbar nicht zu interessieren“, schimpft Burchardt.

Sie hatte gestern früh während der Baubesprechung mit dem LSBB-Vertreter noch einmal insistiert. „Eisiges Schweigen war die Antwort“, ärgert sich die Pächterin umso mehr, da sie den Bauleuten einen Raum in ihrer Tankstelle zur Verfügung stellt. „Die können gerne bleiben, aber dem LSSB muss ich wohl Hausverbot erteilen, wenn sich die Behörde nicht um die Bürger bemüht.“

Von Holger Benecke

Video: Die Ernst-Thälmann-Straße von oben

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