Seit 2017 jedes Jahr Vorhaben im Haushalt – gemacht wurde nichts

Ortsteile finden kein Gehör

Fenster
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Die Fenster des Ritzer Dorfgemeinschaftshauses: Seit 2017 fordert der Ortschaftsrat, dass ein Maler vorbeikommt, schreibt dies auch jedes Jahr wieder in den Haushalt.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Chüdens Ortsbürgermeister Detlef Korneck bekam während der jüngsten Ortschaftratssitzung „einen ganz dicken Hals“. In den Salzwedeler Stadtteilen laufen derzeit die Diskussionen über den Haushalt 2022 bis 2024. Die Räte sollen auflisten, was in ihren Orten gemacht werden muss, damit dies in den Stadthaushalt einfließen kann. „Wir schreiben jedes Jahr das gleiche wieder auf, und nichts wird gemacht“, beschwerte sich Korneck.

Ritze - Und nannte Beispiele: Seit 2017 (!) würden notwendige Arbeiten am Ritzer Dorfgemeinschaftshaus immer wieder verschoben. Dazu gehören Innen- und Außenfassade – allein die Fenster sprechen ein beredtes Bild. Und drinnen reißen die Fliesen immer weiter. Auch das Kriegerdenkmal in Ritze sollte schon seit Jahren einen neuen Sockel bekommen. Und die Toilette in der Feuerwehr sollte seit 2017 gemacht werden, wurde Kornecks Liste immer länger.

Draußen wie drinnen muss saniert werden.

„Die Heizung in der Feuerwehr frisst viel zu viel Strom“, hatte der Ortsbürgermeister die Stadtverwaltung wissen lassen. Diese forderte ein Projekt. Das legte Korneck Bürgermeisterin Sabine Blümel vor: 22 000 Euro. „Seitdem fragt kein Mensch mehr, wie viel Strom die Feuerwehr verbraucht“, ärgerte sich der Bürgermeister. Das seien alles freiwillige Aufgeben, die hintenan gestellt würden, ist die Litanei, die er sich jedes Mal anhören müsse. „Wir hatten schon einen Plan bis 2024 aufgestellt“, erinnerte Korneck. Für 2020 waren die Sanierung der Fassade des Dorfgemeinschaftshauses, für 2021 die Innensanierung (Fliesen, Malern usw.) geplant – nichts ist passiert.

Das Groß Chüdener Feuerwehrhaus – seit zwei Jahrzehnten kein Klecks Farbe. Die Wehr wird 100 Jahre alt.

Für 2022 steht die Renovierung des Feuerwehrdepots in Groß Chüden zur Debatte. Und da ist der Bürgermeister an einem ganz neuralgischen Punkt angekommen: „Die Groß Chüdener Wehr feiert 2023 ihr 100. Jubiläum, das ist lange bekannt. Seit 20 Jahren ist an das Gerätehaus nicht ein Klecks Farbe gekommen“, schämt sich Korneck. Eine ähnliche Situation gibt es in Ritze. Dort feiert die Wehr 2024 ihren 90. Zu den Jubiläen muss etwas passieren, fordert Chüdens Bürgermeister Detlef Korneck von der Stadt.

„Die Ortsteile werden fast alle stiefmütterlich behandelt. Stattdessen sollten drei Feldsteine weniger auf eine Ruine gepackt werden“, ist der Ortschef mit Blick auf die Sanierung der Tylsener Schlossruine sauer. „Mir schwillt der Kamm, wenn ich so etwas sehe.“

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