Bahnübergang B 190 in Pretzier: Knapp zwölf Millionen Euro Baukosten für Unterführung geschätzt

Ortschaftsrat: Teurer Tunnel besser als billigere Brücke

Rückblick: Bereits im August 2016 hatte Anwohner Walter Theuerkauf (v.l.) Landrat Michael Ziche und den Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens vor Ort auf die Verkehrsprobleme am B-190-Bahnübergang in Pretzier angesprochen.
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Rückblick: Bereits im August 2016 hatte Anwohner Walter Theuerkauf (v.l.) Landrat Michael Ziche und den Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens vor Ort auf die Verkehrsprobleme am B-190-Bahnübergang in Pretzier angesprochen.

Pretzier – Tunnel oder Brücke? Über die Frage, wie denn in Zukunft mit der innerörtlichen Kreuzung von B 190 und Amerika-Linie (Bahnstrecke Stendal-Uelzen) umgegangen werden soll, ist am Dienstagabend während der Pretzierer Ratssitzung gesprochen worden.

Der Ortschaftsrat präferiert einen Tunnel. Dieser würde mit geschätzten 11,9 Millionen Euro Baukosten deutlich teurer werden als eine Brücke (rund 4,8 Millionen Euro), hätte aber nach Meinung von Ortsbürgermeister Herbert Schulze verschiedene Vorteile. Etwa beim Schallschutz und bei der Verkehrsanbindung, wo eine Brücke den Lärm deutlich weiter verteilen und durch den hohen Platzbedarf anliegende Betriebe abschneiden würde.

„Eine Variante kommt sowieso“, erklärte Schulze vor Räten und Einwohnern im Gemeindebüro. Die Deutsche Bahn plane mit dem Bau in den Jahren 2025 bis 2028, also parallel zur Fertigstellung der Zweigleisigkeit der kompletten Bahnstrecke.

Auslöser der Diskussion sind die Schließzeiten der Schranken. Mit mehr Zugverkehr ist der Bahnübergang auch häufiger geschlossen, so die einfache Rechnung. Bis zu 30 Minuten pro Stunde haben Bahnvertreter in der jüngeren Vergangenheit vorgerechnet, nachts tendenziell häufiger als tagsüber.

Während der normale Autofahrer wohl warten müsste, wird eine minutenlang gesperrte Straße für Einsatz- und Rettungsdienste zum Problem, wenn sie ihre Anrückefristen nicht mehr einhalten können. Dieser Gedanke sei nun auch der Auslöser gewesen, überhaupt über Brücke oder Tunnel zu reden, erläuterte Herbert Schulze.

Bahnanwohner Walter Theuerkauf sieht jeden Tag, was vor seinem Haus passiert. Acht Züge will er in einer halben Stunde bereits gezählt haben. Auch er hofft auf einen Tunnel. Denn bei einer Brücke wäre das Straßenniveau vor seiner Haustür schätzungsweise bereits in zwei Metern Höhe. (hey)

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