„Andere Orte haben Priorität“

Ortsbürgermeister: Nur geringes Interesse von Norma an Filiale in Pretzier

Pretzier hat seit einigen Jahren keinen Einkaufsmarkt mehr. Die Ortspolitiker loten ebenso lange Alternativen aus. Doch bislang hat sich nichts ergeben; die Discounterkette Norma zeigt nur leichtes Interesse.
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Pretzier hat seit einigen Jahren keinen Einkaufsmarkt mehr. Die Ortspolitiker loten ebenso lange Alternativen aus. Doch bislang hat sich nichts ergeben; die Discounterkette Norma zeigt nur leichtes Interesse.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Pretzier – Trotz der Größe des Dorfes sitzt Pretzier einkaufstechnisch seit einigen Jahren weitgehend auf dem Trockenen. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern – zumindest nach den Aussagen von Ortsbürgermeister Herbert Schulze.

Dieser berichtete nun, dass er noch einmal beim Discounter Norma nachgefragt hatte, wie die Chancen für eine Filiale in Pretzier stehen. „Der Ort ist nicht vergessen, steht aber nicht an erster Stelle. Andere Orte haben Priorität“, gab Schulze als Antwort der Norma-Verantwortlichen wieder. Klartext: alles möglich, aber nichts definitiv.

Für das Dorf besteht daneben die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Vize-Ortschef Frank Pieper holte etwa die Idee eines Dorfladens hervor. Und hätte in der Theorie auf dem Gelände der Agrarerzeugergemeinschaft auch ein Gebäude dafür. Doch er selbst wolle kein derartiges unternehmerisches Risiko eingehen. Da müssten mehrere Akteure zusammenarbeiten – „Ich glaube nicht daran“, erklärte Pieper.

Gleichwohl interessieren sich die Pretzierer für Orte, wo ähnliches gemacht wurde. Beispielsweise im alten Konsumgebäude in Schinne in der Einheitsgemeinde Bismark. „Dieses Konzept hätte mich interessiert“, meinte Frank Pieper.

In den vergangenen Jahren sind manche Wege vorgestellt worden. Ein Forum dafür ist das jährliche Novembertreffen in Umfelde, wo Gastreferenten ihre Erfahrungen mit Dorfläden und -kneipen mitteilten. Eines haben diese Projekte gemeinsam: Damit es funktioniert, müssen viele über lange Zeit ehrenamtlich anpacken.

„Wer etwas haben will, der muss auch etwas dafür tun“, sagte damals Gastredner Wolfgang Englert in Umfelde. In seinem Ort Deersheim im Harz schufen sich die Einwohner nach dem Ende der alten eine neue Einkaufsmöglichkeit.

VON JENS HEYMANN

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