Zugverkehr weitgehend eingestellt / Umgestürzte Bäume / Lkw von Straße gefegt / Stromausfälle

Orkan-Chaos in der Altmark

Einsatzkräfte räumen bei Kalbe eine Birke weg. Foto: Bock

Altmark. Das Orkan-Tief Christian ist gestern über Nord- und Ostdeutschland gezogen und hat auch in der Altmark eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen.

Im Raum Beetzendorf fiel der Strom aus, weil die Masten von Freiland-Leitungen abknickten. Auf der Bundesstraße 71 bei Kakerbeck wurde ein Lkw von der Straße gefegt.

Um 12.30 Uhr bekamen die Menschen in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf einen ersten Eindruck, mit welcher Gewalt das Orkan-Tief in den nächsten Stunden über die Region hinwegziehen würde. Zwei Strommasten der Avacon knickten bei Siedengrieben einfach ab, die Ortschaften Beetzendorf, Siedengrieben, Siedenlangenbeck und Käcklitz waren daraufhin ohne Strom. Avacon-Techniker richteten eine „Umleitung“ über andere Leitungen ein, um die Ortschaften wieder ans Netz zu bekommen. Nach anderthalb Stunden hatte auch Beetzendorf wieder „Saft“, lediglich nach Siedengrieben konnte keine Umleitung eingerichtet werden. Auch bei Kassieck traf es eine Stromleitung.

In den Folgestunden ging es im Altmarkkreis Schlag auf Schlag. Die Leitstelle der Feuerwehr in Klötze registrierte mehrere Dutzend Notrufe, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. Zwischen Kalbe und Bühne sowie zwischen Dähre und Diesdorf wurden Pkw von herabstürzenden Bäumen getroffen, die Fahrer blieben unverletzt. Zwei Autos konnten auf der L 19 zwischen Klötze und Schwiesau nicht mehr rechtzeitig stoppen.

Durch bewaldete Gebiete zu fahren, war auch auf Bundesstraßen ein Wagnis – und auf der Schiene ging es auch nicht viel besser voran. Denn die Züge auf der Strecke Stendal-Salzwedel-Uelzen verkehrten gar nicht oder mit erheblicher Verspätung. Und in Uelzen war Endstation – Deutsche Bahn und Metronom hatten den Verkehr zwischen Hamburg und Hannover komplett eingestellt.

Nicht besser sah es auf der Autobahn 2 bei Helmstedt aus: Dort waren kurz nach 13 Uhr Bäume auf eine Hochspannungsleitung gekippt, die entlang der A 2 verläuft – die Hauptverkehrsader war über Stunden voll gesperrt. Auf eine Geduldsprobe wurden auch Fluggäste gestellt: Bis zu 1300 mussten auf dem Hamburger Flughafen nach der Landung in den Maschinen ausharren, da die Abfertigung wetterbedingt eingestellt worden war.

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