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Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes frischen ihr Wissen auf

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Stefanie Schulzendorf und Tony Lütjens präsentieren ihre Ergebnisse eines Planspiels.
  • VonLydia Zahn
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„Oft gibt es mehrere Wege, die zum Ziel führen. Und im Endeffekt kein Richtig oder Falsch. Sondern es geht darum, voneinander zu lernen, sich untereinander auszutauschen und sein Wissen aufzufrischen“, fasst der Leiter des Rettungsdienstes des Salzwedeler Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Steffen Heidler, zusammen. Denn die Notfallsanitäter mit der Ausbildung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) ließen sich am Montag und Dienstag weiterbilden.

Salzwedel – Sechs der insgesamt 19 OrgL des Salzwedeler DRK frischten ihre Kenntnisse unter der Leitung von Heilder, Dozent Hans Roy und Rüdiger Wührl vom Altmarkkreis auf. Nach der Theorie – also, wer die Führung hat, wer Ansprechpartner ist und woran diese erkennbar sind, Einsatzabläufe, der Umgang mit Dokumenten und Dienstvorschriften – ging es ans Eingemachte. Bei Planspielen mussten die OrgL mögliche Szenarien in zwei Gruppen durchspielen und organisieren. Bei einem Einsatz, vor allem bei einem Massenanfall von Verletzten, sind zum Beispiel die Patientenablage, Behandlungsplätze, Transportorganisation sowie die soziale Betreuung zu bedenken, erklärt Heidler im AZ-Gespräch. Die erste Situation war ein Brand in einem Thermalbad im Winter.

„Jeder Einsatz ist anders. Wir haben oft das Problem, dass die Notärzte nicht aus der Region kommen und sich dementsprechend nicht gut auskennen“, verdeutlicht der Leiter des Rettungsdienstes. Damit die OrgL die Organisation verlässlich übernehmen können, wird das Wissen regelmäßig aufgefrischt. Doch man merke, dass die Frauen und Männer seit Jahren in ihrem Beruf tätig sind. „Es gab kleinere Abweichungen unter den Gruppen. Aber im Großen und Ganzen lösten sie die Aufgaben gleich“, berichtet Heidler stolz. Keiner beging in den Übungen einen fatalen Fehler oder übersah wichtige Details.

Dozent Hans Roy erklärt die zu lösende Aufgabe.

Auch eine Evakuierung nach einem Fliegerbombenfund wurde durchgespielt sowie ein Verkehrsunfall mit Massenkarambolage. „Es ist wichtig, so viele Patienten wie möglich in kürzester Zeit in Sicherheit zu bringen“, weiß Heidler. Bei den Szenarien werden nur Situationen durchgespielt, die auch realistisch für die Region sind. „Es würde ja keinen Sinn machen, über Sachen zu reden, die hier mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht passieren werden“, sagt der Rettungsdienstleiter. So etwa der Einschlag eines Meteoriten oder eines Satelliten sowie ein Terroranschlag.

Bei Massenanfällen von Verletzten, wie bei dem Verkehrsunfall, ist außerdem die Durchsicht besonders wichtig. Dabei werden die Patienten in vier Gruppen geteilt. Rot sind die Schwer-, Gelb die Mittelschwer-, Grün die Leichtverletzten und Schwarz die Toten. Nach dieser Einteilung kann schnell und effizient gehandelt werden. Und das Leben vieler Menschen gerettet.

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