Keine lockeren Treffen mehr

Organisatorin zieht Schlussstrich unter Salzwedeler Ost- und Westpreußen

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2016 feierten die Salzwedeler Ost- und Westpreußen noch ihr 25-jähriges Bestehen. Drei Jahre später soll nun gänzlich Schluss sein. Die langjährige Vorsitzende, Veronika Labes (l.), will keine Treffen mehr organisieren.

Salzwedel – Eine kurze Mitteilung per E-Mail – und das war es mit den Salzwedeler Ost- und Westpreußen.

„Mit dieser Information müssen wir leider allen mitteilen, dass aufgrund mangelnder Beteiligung die Treffen der Ost- und Westpreußen nicht mehr stattfinden“, schreibt die langjährige Organisatorin der Zusammenkünfte, Veronika Labes.

Statt weiterer Kaffeerunden am Rathausturmplatz sollen die verbliebenen Mitglieder die Treffen und gemeinsamen Veranstaltungen in guter Erinnerung behalten, schreibt sie weiter.

Die AZ hat die Veranstaltungen der Ost- und Westpreußen in den vergangenen Jahren immer wieder mal besucht. Vor fünf Jahren noch im Freizeitcenter, danach häufiger in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität und im „Hansehof“, zuletzt im Café „Treff im Adlerhorst“. Die Veranstaltungsorte gingen einher mit der Mitgliederanzahl – von knapp 150 in der Nachwendezeit auf zuletzt weniger als 20. Und von denen war ein Teil Bekannt- und Verwandtschaft ohne direkten ost- bzw. westpreußischen Bezug. Schon der im Mai geplante gemütliche Nachmittag war ausgefallen – aus organisatorischen Gründen, wie es damals hieß. Fahrten und sonstige größere Veranstaltungen hatte es zu der Zeit ohnehin schon nicht mehr gegeben.

Das Verschwinden von Landsmannschaften und Interessengruppen Geflüchteter in der Region ist keine reine Salzwedeler Angelegenheit. Auch anderswo verschwinden die Vereinigungen nach und nach. Die nachfolgenden Generationen haben die Flucht in Folge des Zweiten Weltkriegs nicht erlebt und damit auch keine Beziehung zur Heimat der Vorfahren mehr.

Bei den Ost- und Westpreußen in Salzwedel lag der Altersdurchschnitt bereits vor einigen Jahren bei mehr als 80 Jahren. Der Aufwand sei nun zu groß geworden, sagte Veronika Labes gestern der AZ. Beim letzten Treffen im März seien nur noch zehn Leute erschienen.

VON JENS HEYMANN

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