Kabinett schafft Voraussetzungen für finanzielle Hilfen / Verluste in Futterbau-Betrieben im Visier

Offiziell: Dürre ist Naturkatastrophe

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Staubtrockene Äcker: Im Land herrscht in den überwiegenden Landesteilen seit April andauernde Trockenheit. Das für Sachsen-Anhalt bis Ende Juli für eine Auswahl von zehn Messstationen ermittelte Niederschlagsdefizit betrug 124 Millimeter bzw. zwei Monatsniederschläge.

mit Magdeburg. Nach der monatelangen Trockenheit und den daraus resultierenden Ernteeinbußen wurden gestern in Rahmen einer Kabinettssitzung in Magdeburg die Voraussetzungen für Hilfszahlungen an betroffene Landwirtschaftsbetriebe geschaffen.

Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert sagte im Rahmen der Vorstellung der vorläufigen Ernteergebnisse für Sachsen-Anhalt: „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, was wir in den vergangenen Wochen schon erwartet hatten: Sachsen-Anhalt ist vielerorts sehr stark von der Dürre betroffen.“ 63 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen hätten Schäden, die deutlich über 30 Prozent des durchschnittlichen Naturalertrags liegen. Deshalb habe Dalbert das Kabinett gebeten, die Dürre als ein mit einer Naturkatastrophe gleichgestelltes widriges Witterungsverhältnis festzustellen. „Der einzelne Betrieb muss selbstverständlich seine Betroffenheit nachweisen“, so die Ministerin weiter. Zudem hätten die Landwirte die Möglichkeit, auf die Naturkatas-trophe zu verweisen, wenn sie aufgrund der Dürre ihren Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Neben den Ertragseinbußen im Ackerbau stehen derzeit vor allem auch die Verluste im Futterbau im Fokus. „Besonders kritisch ist die Situation beim Grünland und bei Feldfutter in den Betrieben mit Rinder- und Schafhaltung. Hier ist die Grundfutterversorgung mit Raufutter weggebrochen“, erläuterte Dalbert die aktuelle Situation. Die in hohem Maße betroffenen Futterbaubetriebe mit Ausrichtung Milchvieh, Mutterkuhhaltung, Schafhaltung wirtschaften im Land schwerpunktmäßig auf auch in der Altmark vorherrschenden schwächeren Standorten. Der erste Grünlandschnitt habe bereits Ertragseinbußen von 40 bis 50 Prozent erbracht, der zweite und dritte Schnitt vertrockneten. Derzeit würden die Tiere aufgrund des fehlenden Aufwuchses und der Gefahr der Schädigung der Grasnarbe durch Überweidung von der Weide in die Ställe geholt und die Fütterung auf die Winterration, das bedeutet Silage und Stroh, umgestellt. Sachsen-Anhalt

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