Wer sich nicht an Schutzgesetz hält muss zahlen

Offensiv gegen Masern im Altmarkkreis Salzwedel

Masernschutz soll vorangetrieben werden. Bei der Kontrolle nehmen Kindertagesstätten, Schulen und weitere Einrichtungen eine tragende Rolle ein.
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Masernschutz soll vorangetrieben werden. Bei der Kontrolle nehmen Kindertagesstätten, Schulen und weitere Einrichtungen eine tragende Rolle ein.

Altmakkreis Salzwedel – Das neue Masernschutzgesetz hat auch Auswirkungen auf den Altmarkkreis: Immunität, Impfung und eine mögliche Kontraindiktation (Umstand, der eine bestimmte Maßnahme verbietet) müssen nachgewiesen werden.

Es besteht eine Meldepflicht, informiert das Gesundheitsamt. Dies betrifft Kindertagesstätten, Tagesmütter, die mindestens 15 Stunden wöchentlich tätig sind (mehr als drei Monate), Schulen, Ausbildungseinrichtungen (wenn 50 Prozent oder mehr minderjährig sind) und diverse Gesundheits- sowie Pflegeeinrichtungen (hier nur Personal).

Betroffen sind Kinder ab einem Jahr sowie die Beschäftigten, wenn sie nach 1970 geboren worden sind. Bei Neueinstellungen muss der Nachweis ab dem 1. März sofort erbracht werden. Ansonsten gibt es Übergangsfristen. Für bereits Tätige und bereits betreute Kinder gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Juli 2021. Das Einhalten des Gesetzes muss mit einem Impfausweis beziehungsweise einem ärztlichen Zeugnis nachgewiesen werden. Und zwar gegenüber der Leitung der jeweiligen Einrichtung.

Sollte dies nicht erfolgen, wird das Kreis-Gesundheitsamt informiert. Die Mitarbeiter setzen dann eine Frist und bieten Beratung an. Wer sich nicht an den Impfschutz bei Masern hält, muss mit Konsequenzen rechnen. Wenn von den Einrichtungen zum Beispiel nicht vollständig gemeldet wird, kann das ein Bußgeld von 2500 Euro nach sich ziehen. Dies trifft auch bei Kindertagesstätten zu, in denen Mädchen und Jungen betreut werden, für die kein Nachweis vorliegt. Dies stehe nicht im Widerspruch zum Rechtsanspruch auf Betreuung, sind sich die Experten des Gesundheitsamtes sicher. Mit Blick auf Schul- und Unterbringspflicht gilt dies aber nicht. In diesen Fällen wird weiter unterrichtet und betreutet, allerdings können Buß- sowie Zwangsgelder verhängt werden. Das Gesundheitsamt kann unter (03901) 840570 kontaktiert werden.

Hintergrund für das neue Masernschutzgesetz ist die sinkende Impfbereitschaft in Deutschland. Etwa Dreiviertel nutzen diese Möglichkeit, nötig wären aber 95 Prozent. Im Altmarkkreis wird seit Jahren auf freiwilliger Basis versucht, den Status nicht nur bei der Krankheit Masern zu erhöhen. Das Gesundheitsamt selbst bietet neben Praxen ebenfalls die Möglichkeit an, sich impfen zu lassen. Das Amt arbeitet eng mit der Landesvereinigung für Gesundheit zusammen. Mit Plakaten wird in öffentlichen Einrichtungen geworben. Landrat Michael Ziche ist seit 2015 Impfbotschafter.

VON CHRISTIAN ZIEMS

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