Vater und Sohn aus Hestedt angegriffen / Zwei Salzwedeler vor Gericht / Verschwommene Erinnerungen auf beiden Seiten

Nysmarkt: Opfer mit Bierkrug niedergeschlagen

klü Salzwedel. Zu viel getrunken und dann zugeschlagen hatten die beiden angeklagten Salzwedeler auf dem Nysmarkt im vergangenen Jahr. Vor Gericht sollte nun der genaue Tathergang aufgeklärt werden.

Im Gericht

Mit einem Bierkrug soll der 31-jährige Elektrohelfer sein Opfer niedergeschlagen haben. Anschließend sei er seinem 30-jährigen Kumpel zu Hilfe geeilt, der sich mit dem 19-jährigen Sohn des ersten Opfers geschlagen haben soll. Anschließend flüchteten die beiden Männer. „Wir hatten Panik. Ich weiß allerdings auch nicht mehr alles. Und ich trinke normalerweise auch nicht“, sagte der 31-Jährige, der später mit einem Alkoholpegel von 2,14 Promille von der Salzwedeler Polizei aufgegriffen wurde.

Über einen gemeinsamen Bekannten kamen die Angeklagten und die beiden späteren Opfer am Bierstand vor dem „Schwarzen Adler“ ins Gespräch. Dieses eskalierte jedoch und die Streithähne beschimpften sich gegenseitig. Vater und Sohn machten sich kurze Zeit später auf den Weg, um Schlimmeres zu verhindern. Die beiden Angeklagten gingen ebenfalls ihrer Wege.

Doch dann trafen die vier Männer vor der Sparkassenfiliale erneut aufeinander. Der 30-jährige Angeklagte wollte mit den beiden Männern weiter diskutieren. „Ich habe ihn weggeschubst und gesagt, ich will nicht kuscheln. Plötzlich lag mein Vater am Boden und ich habe einen Schlag gegen den Hinterkopf bekommen“, erzählt der 19-jährige Hestedter, der sich aber auch nicht richtig an die Tat erinnern konnte. Licht in die verworrenen Aussagen der Männer, die alle auf dem Nysmarkt gebechert hatten, sollte eine Zeugin bringen, die die Opfer mit dem Auto abholen sollte.

„Als ich gerade mein Auto geparkt hatte, warf der eine Angeklagte sein Bierglas und wollte auf den Jüngeren losgehen. Da lagen beide auch schon am Boden und die Angeklagten sind davongelaufen,“ so die 30-jährige aus Clenze.

Da der Hergang nicht vollständig geklärt werden konnte, stellte Richter Klaus Hüttermann das Verfahren gegen eine Geldstrafe ein. 400 Euro gehen an den Weißen Ring. 1000 Euro an die Geschädigten. „Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen“, warnte Richter Hüttermann.

Von Katja Lüdemann

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