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Nutrias erobern den Müll-Teich

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Von: Holger Benecke

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Nutria
Nutrias haben inzwischen das Areal als idealen Lebensraum für sich entdeckt. © Privat

Nutrias haben das Regenrückhaltebecken zwischen Ernst-Thälmann-Straße und Lessing-Ganztagsschule für sich entdeckt. Nachdem schon jahrelang Mülltouristen ihren Unrat verklappen, machen sich nun dort die Nager breit. Denn dort finden sie immer mehr Deckung. Der Teich verschilft immer mehr, ähnlich wie jener hinter der Sonnenstraße, der erst in diesem Jahr renaturiert wurde, nachdem der Gestank nicht mehr auszuhalten war.

Teich
Das Regenrückhaltebecken in Sichtweite der Lessing-Ganztagsschule wächst immer mehr zu. Schüler hatten dort vor vier Jahren sogar einen Karpfenteich geplant. © Benecke, Holger

Salzwedel - Zurück zur Thälmannstraße: Zahlreiche Aufräumaktionen – zuletzt hatten die CDU-Senioren dort gewirbelt (wir berichteten) – haben wenig gebracht. Immer wieder werden in dieser eigentlich idyllischen Ecke, die Spaziergänger und Hundefreunde zu schätzen wissen, Müll und Unrat abgeladen. Dabei kommt auch Grünschnitt aus Gärten nicht zu kurz, der am Regenrückhaltebecken vor sich hinrottet. Glasscherben bringen zusätzliche Gefahren für Vierbeiner und Kinder. Das Terrain liegt zudem direkt neben einer Bushaltstelle, die vor allem von den Jungen und Mädchen der Lessing-Ganztagsschule genutzt wird.

Müll
Der alltägliche Anblick: Immer wieder wird in dem Idyll an der Thälmannstraße illegal Müll entsorgt. © Benecke, Holger

Und von Letzterer kam vor vier Jahren ein spannendes Projekt: Schulleiterin Heike Herrmann stellte im September 2018 im Kreisbildungsausschuss das Vorhaben „Ein Teich als Lernort“ vor. Dieses bezog sich auf das hinter der Schule liegende Regenrückhaltebecken. Dabei war sogar vorgesehen, in dem Teich Karpfen auszusetzen. Letztendlich ist das aus Versicherungsgründen gescheitert. Das Areal blieb in der Hand der Umweltsünder. Und auch die Pflege ließ und lässt zu wünschen übrig.

Nun tummeln sich dort die pflanzenfressenden Nager, die auch als Delikatesse gelten. Schon zu DDR-Zeiten wurden sie wegen ihres Fells gezüchtet und später auch ihr Fleisch genossen. Nicht jedermanns Sache, auch wenn der Geschmack zwischen Spanferkel und Kaninchen liegen soll. Doch viele schreckt das rattenartige Antlitz der Tiere ab,

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