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Notunterkunft in der Salzwedeler Berufsschulsporthalle

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Von: Jens Heymann

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Daniel Schulz (l.) und Marco Tastl vom Salzwedeler THW bauen Betten für ukrainische Flüchtlinge auf.
Daniel Schulz (l.) und Marco Tastl vom Salzwedeler THW bauen Betten für ukrainische Flüchtlinge auf. © Heymann, Jens

Kreisdezernent Hans Thiele empfängt die AZ am Sonnabend vor dem Eingang der Salzwedeler Berufsschulsporthalle. Freie Wochenenden kenne er gar nicht mehr, meint er gelassen. Erst die zahlreichen Corona-Demos, nun die Aufforderung des Landes, für die Ukraine-Flüchtlinge eine Notunterkunft zu errichten.

Salzwedel – Sieben Uhr ging es in der Frühe los. Ein Kran der Klötzer Feuerwehr hievt die schweren Materialien zu einem der Sporthalleneingänge. Drinnen sind Kreismitarbeiter, THWler und Feuerwehrleute mit dem Aufbau von 150 Übernachtungsplätzen beschäftigt. Doppelstockbetten, Spinde, Bänke, Tische, Stühle und Bauzäune zum Abtrennen der Quartiere kommen in die Halle. Am Nachmittag ist vieles davon bereits aufgebaut. Auch W-LAN gibt es, dazu eine lange Steckdosenleiste mit integriertem USB-Anschluss, wie Hans Thiele stolz der AZ zeigt. Die Flüchtlinge wollen per Telefon und Internet in Kontakt bleiben. Die Kreisverwaltung weiß das.

Drei bis vier Tage sollen die Flüchtlinge in der Sporthalle bleiben; danach werden sie an private Haushalte vermittelt oder kommen in angemietete Wohnungen. Wer Menschen aufnehmen will, kann sich beim Kreis melden. Bislang seien 202 Ukrainer in der Westaltmark, sagt Hans Thiele. Registrierung, Versicherung, Arbeitserlaubnis – um all diese Formalitäten müssen sich die Behörden seitdem kümmern.

2022 bietet dabei einen Vorteil gegenüber der Flüchtlingskrise von 2015: Die Fehler von damals würden nicht mehr wiederholt; die Organisation laufe besser, schätzt der Kreisdezernent ein.

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