Feuerwehr ist Familiensache

Die Nieswandts sind dem Brandschutz seit drei Generationen verpflichtet

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„Opa ist stolz!“: Phil Nieswandt (12) ist seit etwa zwei Jahren aktives Mitglied bei der Dährer Jugendwehr. Sein Großvater ist Wolfgang Nieswandt, 27 Jahre lang Chef der Salzwedeler Ortsfeuerwehr und nun im Ruhestand.

Salzwedel / Dähre / Lagendorf. Feuerwehr ist bei den Nieswandts so etwas wie eine Ehren- oder gar Familiensache. Denn auch die Nachkommen von Salzwedels langjährigem Feuerwehrchef Wolfgang Nieswandt sind in dessen Fußstapfen getreten.

Sohn Daniel arbeitet als Berufsfeuerwehrmann in Magdeburg. Dort steht der 42-Jährige in 24-Stunden-Diensten seinen Mann. Als Neuzugang bei der Lagendorfer Wehr konnte Wehrchef Frank Schültke kürzlich ebenfalls einen Nieswandt begrüßen: den 17-Jährigen Paul Leonard. Dessen zwölfjähriger Bruder Phil ist wiederum seit etwa zwei Jahren aktives Mitglied bei der Dährer Jugendwehr.

Das alles macht Großvater Wolfgang Nieswandt stolz: „Es ist schön und beruhigend zugleich mit anzusehen, wie mein Sohn und auch meine Enkel ihr Engagement für die Feuerwehr in die Tat umsetzen“, betont er im AZ-Gespräch. „In seine Fußstapfen zu treten, ist ein schönes Gefühl“, meint Phil während seiner Jugendwehr-Ausbildung.

Daniel Nieswandt (l.) arbeitet als Berufsfeuerwehrmann in Magdeburg. Für Sohn Paul Leonard gibts neue Schulterstücke.

Mittlerweile genießt Wolfgang Nieswandt seinen Ruhestand. Der 65-Jährige stand 27 Jahre lang an der Spitze der Salzwedeler Feuerwehr. Aus Sicht vieler Brandschützer stellte Nieswandts Schaffen eine landesweit fast beispiellose Karriere als Feuerwehrmann und vor allen Dingen als Wehrleiter dar. Er führte die Feuerwehr Salzwedel aus einer staatlich geführten Organisation nach turbulenten Wendejahren in die kommunalrechtlichen Gefilde und weiter ins 21. Jahrhundert. Unter seiner Führung ist die Feuerwehr Salzwedel über die Jahre aus dem Dornröschenschlaf erwacht und zu einem gefragten Partner in Sachen Brandschutz und Hilfeleistung, auch über die Kreisgrenze hinaus, geworden, würdigen Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung in der Hansestadt dessen Verdienste.

Über die Gesamteinsatzzahl Nieswandts – übrigens die meisten als Einsatzleiter – lässt sich aufgrund der langen Zeit seiner Feuerwehrzugehörigkeit nur eine grobe Schätzung abgeben: Wenn man im Durchschnitt seit der Wende über 100 Einsätzen pro Jahr ausgeht, an denen Wolfgang Nieswandt mitwirkte, so kommt man locker auf 3000 geleistete Einsätze, bei denen Wolfgang Nieswandt für das Wohl und die Sicherheit der Bürger sein Wissen, seine Erfahrung und vor allem seine Freizeit unentgeltlich zur Verfügung stellte. Die Dunkelziffer wird bei genauerer Betrachtungsweise und Einsatzauswertungen aber sicherlich noch höher liegen, vermuten die Aktiven der Hansestadt.

„Daher ist es schön mit anzusehen, dass der Nachwuchs kräftig mitzieht. Mein Sohn Daniel war ja erst bei der Bundeswehr in Fassberg stationiert und hat sich unter anderem bei der Höhenrettung und als Rettungsassistent bewährt, bevor er zur Magdeburger Berufsfeuerwehr ging“, sagt Wolfgang Nieswandt.

Daniel Nieswandt steht zudem bei der Freiwilligen Feuerwehr Lagendorf seinen Mann. Und wen wundert es da, dass auch die Söhne die blauen Uniform der Feuerwehr tragen ...

Von Kai Zuber

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