„Nicht die Frösche fragen“

Ganz schlechte Aussichten für Stadion und Waldbad

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Das Liestener Waldbad ist geschlossen und wird es nach Lage der Dinge auch noch für längere Zeit bleiben.

hob Liesten. Schlechte Aussichten für Sanierungen im Werner-Seelenbinder-Stadion in Salzwedel und im Waldbad in Liesten. „Die Stadt ist zahlungsfähig, aber noch nicht leistungsfähig“, stemmte sich Bürgermeisterin Sabine Blümel am Mittwochabend im Hauptausschuss gegen Investitionen in die beiden Sportanlagen.

Innenminister Holger Stahlknecht hatte unlängst eine mögliche Förderung von 250 000 Euro für Rollrasen im Stadion in Aussicht gestellt. Aber nur, wenn die Stadt einen gleichen Anteil auf die Investitionswaage legt (wir berichteten).

Peter Fernitz (CDU) sprach eine Finanzierung in Jahresscheiben und das Salzwedeler Sportstättenkonzept an. Die Bürgermeisterin konterte, dass auch Vereine Fördermittel beantragen könnten und sogar 80 Prozent Zuschüsse bekommen würden. Dafür sei das Sportstättenkonzept gemacht worden. Aber der städtische Anteil bleibt. „Wir können alles in den Haushalt reinschreiben – aber wenn wir die Miete nicht zusammenbekommen ...“

Ähnlich sieht es auch mit dem Liestener Waldbad aus. Dort stünde eine Komplettsanierung an. Ein Grund, warum der Waldbadverein das Areal nicht übernehmen will bzw. gar nicht kann.

Peter Fernitz fragte noch einmal nach, ob das Bad nur wegen einer einzigen Verletzung eines Kindes an einer gesplitterten Kachel geschlossen worden sei. Er sieht aus baulicher Sicht keine Gründe für diesen Schritt. „Hat die Bademeisterin, die das Gutachten aufgestellt hat, überhaupt die Kompetenz oder nur an ihren Arbeitsplatz in Salzwedel gedacht?“, wollte Fernitz wissen.

„Wenn alle Bademeister aus vielerlei Gründen sagen, dass wir schließen müssen, muss ich das tun oder ich lande hinter Gittern“, konterte die Bürgermeisterin. Fernitz könne die Akte mit den „vielerlei Gründen“ – die jedoch bisher noch nie genannt wurden – jederzeit einsehen. Der wiederum stützte sich auf das, was ihm die Liestener vor Ort berichtet hätten. Norbert Hundt (SPD / „Für Salzwedel“): „Wenn du einen Teich trockenlegen willst, fragst du doch auch nicht die Frösche, sondern das Fachpersonal.“ Auch die Bürgermeisterin sprach davon, dass sie „keinen Schritt ohne den Waldbadverein“ unternommen habe: „Die waren zu jeder Zeit einbezogen worden.“

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