Tullner sorgt für Rede-Eklat

Neujahrsempfang: Bildungsminister erntet Pfiffe und Buhrufe

Da war alles noch gut: Kurze Zeit später erntete Marco Tullner (r.) jede Menge Kritik für seine Rede.
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Da war alles noch gut: Kurze Zeit später erntete Marco Tullner (r.) jede Menge Kritik für seine Rede.

Winterfeld – „Eine Schande“, „blamabel“, „oberpeinlich“, „enttäuschend“: Das waren am Freitag nur einige äußerst kritische Reaktionen auf das Grußwort des Ehrengastes beim Neujahrsempfang des Altmarkkreises Salzwedel.

Marco Tullner (CDU) sorgte in Winterfeld für einen Rede-Eklat. Der Bildungsminister von Sachsen-Anhalt erntete als Vertreter der Landesregierung nach seinem unstrukturiert wirkenden Wortbeitrag von den Zuhörern spontane Ablehnung und am Ende auch Buhrufe und Pfiffe.

Etliche der über 300 geladenen Gäste – viele von ihnen Lehrer – hatten die Rede des Frontmannes aus dem Magdeburger Ressort mit Spannung erwartet. Dem Start am Podium folgten Phrasen, Durchhalteparolen „durch Meckern wird das Land nicht besser“ sowie ein Titanic-Witz über gesunde, aber unglückliche Passagiere auf dem sinkenden Ozean-Dampfer. Da fragten sich nicht wenige Zuhörer, ob damit das Land Sachsen-Anhalt oder das Bildungswesen gemeint sei.

Als Tullner dann neben anderen Fettnapf-Tritten noch bemerkte, Gardelegens SPD-Bürgermeisterin Mandy Zepig sei „in der falschen Partei“, herrschte eine aufgeheizte Stimmung in der Winterfelder Festhalle und der Landes-Bildungsminister war auch nach dem offiziellen Part Thema Nummer eins im Publikum.

Die entrüsteten Reaktionen auf Tullners Gastrede ebbten am Wochenende nicht ab: „Eine Schande“, nannte zum Beispiel CDU-Kreistagsmitglied Harald Heuer den Auftritt des Ministers. Beetzendorfs Gymnasial-Schulleiter Hartmut Palutke sprach von einer „Peinlichkeit“.

Ähnlich äußerte sich dazu auf Anfrage der AZ die designierte Apenburg-Winterfelder Bürgermeisterin Ninett Schneider. Tullners Rede habe auch eine gewisse Respektlosigkeit vor dem altmärkischen Publikum zum Ausdruck gebracht, meinte die Winterfelderin. Auch in den sozialen Netzwerken regte sich Kritik.

VON KAI ZUBER

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