Ex-Mälzer-Koch schwingt im „Kuhfelder Hof“ mit der Chefin die Pfannen

Neues Team und neue Corona-Angst

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Der Neue in der Küche im „Kuhfelder Hof“: Patrick Jahn hat auch schon bei Tim Mälzer gekocht. Gegenwärtig bereitet er mit seiner neuen Chefin, Jennever Seitz, die Gänse für den Weihnachtsfeierschmaus vor.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Der „Kuhfelder Hof“ hat alle Corona-Tiefen durch. Nach einem langen Tal der Tränen ist die Mannschaft wieder gut aufgestellt, kann sogar mit einem Koch glänzen, der bei Tim Mälzer gekocht hat. Doch schon ziehen wieder drohende Pandemie-Regel-Wolken am Himmel auf.

Salzwedel - Doch der Reihe nach: Corona hatte Jennever Seitz und ihr Team ebenso wie allen anderen Gastronomen eiskalt erwischt. Lockdown – die Küche blieb kalt, die 56 Betten leer. Dann konnten Geschäftsreisende und Handwerker wieder aufgenommen werden. Damit konnte sich der „Kuhfelder Hof“ mehr schlecht als recht über Wasser halten. Es reichte nicht mehr für alle. Neben den Mitarbeitern verließen auch Tochter und Sohn das Haus, fanden anderswo Anstellung in der Gastronomie. Das Á-la-carte-Geschäft blieb weiterhin auf der Strecke. Feiern wurden abgesagt, die Auftragsbücher waren leer.

Hamburger am Herd

Nun sind sie wieder voll und auch die Mannschaft im Service und in der Küche ist wieder aufgestockt. „Das war harte Arbeit“, sagt Jennever Seitz. Denn von 20 Zuweisungen vom Arbeitsamt ist nur ein einziger Bewerber im „Kuhfelder Hof“ erschienen, wollte den Job dann aber doch nicht. Nebenbei hat die Gastronomin auch selbst gesucht. Und ist fündig geworden. Auch für die Küche hat die Chefin, die selbst am Herd steht, Verstärkung gefunden: Patrick Jahn. Der 28-Jährige hat auf dem berühmten Hamburger Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ sein Handwerk gelernt, kochte anschließend in den besten Hamburger Häusern und landete schließlich bei Fernsehstar Tim Mälzer in der Küche – bis zum Beginn der Pandemie. Als Jennever Seitz davon Wind bekam, dass Patrick Jahn in Salzwedel seinen Bruder besuchte, sprach sie ihn an. Die Beiden wurden sich handelseinig und nun kocht Jahn im „Kuhfelder Hof“. Dort ist inzwischen auch das Á-la-carte-Geschäft wieder angelaufen und der Renner ist Wildschweinschnitzel mit Waldpilzsoße.

Gäste sind verunsichert

Eigentlich steht um den „Kuhfelder Hof“ nun wieder alles zum Besten. Doch die Angst vor den nächsten Corona-Regeln geht in dem Hotel um. Noch gilt 3G (Geimpft-Genesen-Getestet). Aber Jennever Seitz befürchtet, dass sie bald auf 2G (Geimpft-Genesen) umsteigen müssen. „Die Gäste sind verunsichert, da es von der Politik keine klaren Entscheidungen gibt“, sagt Jennever Seitz. Denn die ersten Abbestellungen trudeln ein. Noch sind die Reservierungsbücher voll mit Brunch, Vereins-, Familien- und Weihnachtsfeiern. Selbst im Januar, der Monat, in dem vor Corona in der Gastronomie sozusagen immer Totentanz war, sind alle Wochenenden im „Kuhfelder Hof“ ausgebucht, freut sich die Chefin.

Doch: „Die Leute haben Angst, was passiert, wenn ein, zwei Ungeimpfte mit am Tisch sitzen“, kennt Jennever Seitz die Bedenken ihrer Kundschaft. Die ganz große Befürchtung ist, wieder zumachen zu müssen.

Neue Karte ab Januar

Doch erst einmal stehen Weihnachten und Silvester vor der Tür. Da ist die Gaststätte bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die neue Karte, die Jennever Seitz zusammen mit ihrem neuen Koch Patrick Jahn aufgestellt hat, setzt – typisch zu Winterzeit – auf Wild und Geflügel. Im Januar soll dann das Menüangebot noch einmal überarbeitet werden und mit vielen Überraschungen gespickt werden, gibt sich die Chefin optimistisch.

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