Salzwedel: Mit dem neuen Bebauungsplan kann der Ring nun ein Ring werden

Neue Plätze für Eigenheime in Salzwedel

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So sieht der neue Bebauungsplan für den Berthold-Brecht-Ring bzw. für das „Wohngebiet nördlich Arendseer Straße/Groß Chüdener Weg“ aus.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Der Bauausschuss beschäftigte sich gestern Abend mit dem Berthold-Brecht-Ring. Ein Ring ist das Eigenheimgebiet nun wahrlich nicht, sondern nur eine Straße. Das soll sich ändern. Doch damit weiter Eigenheime gebaut werden können, ist es notwendig, den bestehenden Bebauungsplan Nr. 4-91 (Teil 2) „Wohngebiet nördlich Arendseer Straße/Groß Chüdener Weg“ von 1996 zu ändern bzw. teilweise aufzuheben. Das ist nach dem Bauausschuss Sache des Hauptausschusses, der am 28. April tagt und dann das letzte Wort hat.

Salzwedel - So soll eine weitere Fläche als Wohngebiet ausgewiesen werden. Für die potenziellen Häuslebauer, die beabsichtigen, sich dort ein Heim zu schaffen, gibt es allerdings einige Einschränkungen. Die örtliche Bauvorschrift lässt nur Eingeschosser zu, deren Hauptfirstrichtung ist zwingend vorgeschrieben, und es dürfen pro Gebäude nur zwei Wohnungen vorhanden sein. Die Dachneigung muss zwischen 36 und 45 Grad liegen. Erlaubt sind gleichschenklige Satteldächer, Knüppelwalmdächer oder höhenmäßig versetzte Pultdächer mit entgegengesetzter Neigung.

Ziegelfarbe vorgeschrieben

Garagen müssen ebenfalls ein geneigtes Dach (kleiner als 15 Grad) aufweisen. Für das Eindecken der Dächer sind Ziegel vorgeschrieben, die „nicht heller als RAL 3000 und nicht dunkler als RAL 3011) sind – also rot bis rotbraun. Und auch bei den Zäunen gibt es – zumindest, wenn die Bauplätze gegenüber von öffentlichen Verkehrs- und Grünflächen liegen – explizite Vorgaben: Holzzäune mit gleichlangen, senkrecht stehenden Latten bis zu einer Höhe von 1,5 Metern. Es darf jedoch auch eine Hecke sein. Gemauerte Pfeiler oder Sockel sind unzulässig. Wer gegen die Vorschriften verstößt, sollte schon mal bis zu 5000 Euro extra parat halten oder muss im schlimmsten Fall mit einem Rückbau rechnen.

Aufsichtsbehörde verlangt Korrektur

Hintergrund ist ein Hinweis des Landesverwaltungsamtes. Dort ist beim Durchsehen des neuen Salzwedeler Flächennutzungsplanes aufgestoßen, dass das Entwicklungsgebot für ein rechtskräftiges Bebauungsgebiet nicht mit einer Festsetzung als Grünfläche vereinbar ist. Die Genehmigungsbehörde hat diesen Widerspruch auf 0,8 Hektar folglich aus der Genehmigung herausgenommen. Der Stadtrat muss das nun heilen. Dabei erstreckt sich der neue, zu beplanende Teil auf 1,63 Hektar.

Hinter dem Berthold-Brecht-Ring soll künftig gebaut werden können.

Weiterhin wird mit dem alten Plan durch die neue Vorlage in Sachen Parkanlage aufgeräumt, die zwischen den Wohngebieten gedacht war. So gab es nach der Wende Pläne, das DDR-Neubaugebiet Perver Ost weiterzuentwickeln. Es sollten von der Hopfenstraße aus in Richtung Ortsausgang weitere Wohnblocks gebaut werden, die von fünfgeschossig abwärts immer kleiner werden sollten, um dann ein Eigenheimgebiet folgen zu lassen. Zwischen Blocks und Eigenheimen sollte eine Parkanlage angelegt werden.

Das Ende des Plattenbaus

Das Eigenheimgebiet ist zwar entstanden, doch mit dem Run auf die Platte wie zu DDR-Zeiten war endgültig Schluss. Und damit auch mit den Plänen. Denn statt Ausbau folgten Rückbau und Abriss.

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