Verkehrswacht Salzwedel hofft auf einen zweiten Standort

Neue Mitglieder dringend gesucht

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Wulf Hoffmann (v. l.), Vizepräsident der Landesverkehrswacht, zeichnete Herbert Amft und Wolfgang Pietsch für 30-jährige Mitgliedschaft aus.
  • VonArno Zähringer
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Seit 30 Jahren besteht die Verkehrswacht für Stadt und Kreis in Salzwedel. Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Restaurant Einar Krause wurden nicht nur Vorsitzender Wolfgang Pietsch und Herbert Amft für 30-jährige sowie Lothar Heiser und Jürgen Nitschke für 20-jährige Mitgliedschaft von Wulf Hoffmann, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt ausgezeichnet, sondern auch Bilanz für die Jahre 2019 und 2020 gezogen. „Wir dürfen auf die 30 Jahre stolz und zufrieden, aber nicht selbstzufrieden sein“, sagte Pietsch. Gleichzeitig teilte er mit, dass er nach 31 Jahren als Vorsitzender bei den Wahlen im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen wird. „Aus gesundheitlichen und familiären Gründen.“

Salzwedel - In seinem Rechenschaftsbericht blickte Pietsch auf das erfolgreichste (2019) und das schwierigste Jahr (2020) zurück. Er bescheinigte den Mitgliedern eine engagierte Arbeit und wies auf die gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden und den Regionalbereichsbeamten (RBB) hin. Trotzdem sei eine „flächendeckende und vollumfängliche Verkehrssicherheitsarbeit mit nur einer Verkehrswacht im Altmarkkreis Salzwedel nicht effizient zu realisieren“. Er hoffe deshalb, in Zukunft noch mehr Mitstreiter zu finden. Ein weiterer Standort – beispielsweise in Gardelegen – mit acht bis zehn Engagierten würde vieles vereinfachen. Gerade auch im Hinblick auf die langen Fahrzeiten im Kreis.

Lange Fahrzeiten im Altmarkkreis

Insgesamt habe man zu wenige Mitglieder, die bereit und in der Lage seien, die Verkehrserziehung in den Kitas und Grundschulen zu unterstützen. Die vorhandenen Ressourcen erlaubten lediglich die Umsetzung von Schwerpunkten: Die Arbeit in den zwei Bundesprogrammen „Kinder im Straßenverkehr“ (KiS) und „Jung+Sicher+Startklar“ sowie die Jugendverkehrsschule (JVS) in den vierten Klassen zur Unterstützung der Vorbereitung und Umsetzung der Fahrradprüfungen. Erfreulich sei, dass sich 2019 63 von 69 Kindertagesstätten an KiS-Projekten beteiligt haben. „So viele wie noch nie.“ Auch für 2022 lägen bereits Anmeldungen vor. Aufgrund der Corona-Pandemie sank jedoch die Zahl der teilnehmenden Kinder von 2050 (2019) auf 1017 in 2020.

Wegen Corona weniger Unfälle

Zu Beginn der Versammlung hatte Heiko Timme, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel, die Entwicklung des Unfallgeschehens 2019/2020 aufgezeigt. Wegen des Lockdowns gab es 2020 etwa 300 Unfälle weniger im Vergleich zu 2019. Zu hohe Geschwindigkeit sei die häufigste Unfallursache gewesen.

Michael Ziche, Landrat und Ehrenmitglied der Verkehrswacht, dankte für die „wertvolle Arbeit“. Er stimmte Pietsch zu, dass die Mobilität ein wichtiger Punkt, „für uns ein existenzielles Thema“ sei.

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