Tochter zahlt eine halbe Million an die Mutter zurück / Förderung abgelehnt

Neue Betreuungsangebote

  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Im August wurden vom städtischen Kita-Eigenbetrieb 1027 Jungen und Mädchen von 129 Pädagogen betreut. Das berichtete Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch im Fachausschuss. In diesem Jahr seien bislang 697 100 Euro an Elternbeiträgen, 764 000 Euro vom Kreis und über 2,2 Euro vom Land eingegangen. Der dickste Posten, der bisher ausgegeben werden musste, sind knapp 4,1 Millionen Euro Personalkosten, fuhr Gensch in ihrem Bericht fort.

Salzwedel - Für die Einrichtung „Max und Moritz“ wurde ein Rasentraktor und für die Seebener Kinder ein Viersitzer, ein Kita-Wagen, angeschafft. In Sachen Beschattung für Henningen sei der Auftrag ausgelöst, sagte Gensch. Umgebaut werden konnte durch Corona in diesem Jahr nichts.

Die eigentlich so gut wie sicheren Fördermittel für die Erweiterung von „Pedro und Janina“ sowie das Einbeziehen des ehemaligen Lessing-Schulgartengeländes in die Kita „Max und Moritz“ hat Doris Gensch abgelehnt. Der Grund ist simpel: Sie hätte bis zum 31. Dezember 900 000 Euro verbauen müssen, so die Vorgabe. „Nicht zu schaffen“, bedauert die Eigenbetriebsleiterin, die abgelehnt hat, um späteren Schaden bei Nichteinhalten des Termins von der Stadt abzuwenden. Sie und der Kreis hätten sich um eine Verlängerung bemüht – das Geld kommt aus der Bundeskasse – vergeblich. Aber: Die Förderung soll mit längerer Laufzeit neu aufgelegt werden. Gensch: „Wir sind da dran.“

Und in ein weiteres Förderprogramm will Gensch für ihre Einrichtungen kommen. Dabei geht es um Obst, Gemüse und Milch für die Kinder. Das hatten wir schon zweimal, schilderte Gensch die positiven Erfahrungen.

Weiter hat das Land den Bedarf an CO2-Ampeln und mobilen Lüftern abgefragt. „Wir haben alle Räume angegeben“, ´nannte die Eigenbetriebschefin 94 für die Kitas und 31 für die Horte den maximalen Bedarf.

Die guten Nachrichten

Eine gute Nachricht für die Mutter, die Stadt, die das Defizit des Eigenbetriebs vorfinanziert: Durch die Pandemie seien weniger Kosten angefallen, sodass knapp eine halbe Million Euro an die Stadt zurückgezahlt werden können.

Die noch bessere Nachricht für die Eltern: Mit Satzungsänderungen sollen auch die Öffnungszeitenangebote noch flexibler gestaltet und erweitert werden. So soll es für die städtischen Einrichtungen 25-, 40- und 60-Stunden-Betreuungen pro Woche geben sowie ein Angebot für täglich sechs Stunden, aber zu festgesetzten Zeiten – 8 bis 14 Uhr. Auch die Horte sollen dann mit 40- und 50-Stunden-Betreuung auf Kita-Niveau gebracht werden.

In Sachen Verpflegung und Getränke will der Kita-Eigenbetrieb über den Tellerrand gucken und von der Bargeldzahlung weg. Die Münzen müssen bei der Bank in Säcke abgefüllt und pro Sack Gebühren bezahlt werden. „Das Essengeld frisst uns auf“, konstatierte Doris Gensch. Zudem soll das Essengeld neu kalkuliert werden – seit elf Jahren habe es keine Erhöhung gegeben, erinnerte die Eigenbetriebschefin. Dabei soll mit drei Kategorien gearbeitet werden: Vollverpflegung Kindergarten, Vollverpflegung Kinderkrippen und Vollverpflegung für Kinder mit nicht deutschen Wurzeln – also ohne Schweinefleisch.

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