Nummer 106 soll verschwinden

Neptune Energy Deutschland baut Sonde zwischen Pretzier und Riebau zurück

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Kein Raketenstart, sondern der Rückbau einer alten Erdgasbohrung. Die Arbeiten an Sonde 106 zwischen Pretzier und Riebau laufen noch einige Wochen. 

Pretzier – Von weitem sieht es so aus, als soll an der Straße zwischen Pretzier und Riebau ein Raketenstart vorbereitet werden. Ein hoher Aufbau, der nachts beleuchtet ist, ragt seit Wochen zwischen den beiden Salzwedeler Ortsteilen in den Himmel.

Der Fachmann weiß, dass die dortigen Arbeiten nichts mit dem Weltall zu tun haben, sondern mit der Erdgassonde 106. Diese wird nach Auskunft des Betreibers Neptune Energy Deutschland derzeit zurückgebaut – sprich: Sie wird verfüllt.

Dazu haben die zuständigen Arbeiter schweres Gerät aufgefahren, unter anderem eine rund 50 Meter hohe Winde. Diese ist weithin sichtbar. Noch bis Ende 2019 soll der Prozess dauern, heißt es von Unternehmensseite auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Die Bohrung 106 stammt aus dem Jahr 1983. Sie fördert bereits seit Jahren kein Erdgas mehr. Die Fachleute sind nun damit beschäftigt, den Förderstrang auszubauen und das Bohrloch mit mechanischen Abdichtungen und Tiefbohrzement zu verschließen. Alles entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, versichert Neptune Energy. Bis zum abschließenden Rückbau des Platzes und des Zugangsweges werde die gesicherte Sonde in dieser Form belassen, heißt es weiter. Es handele sich dabei um routinemäßige Rückbauarbeiten, die kein erneutes Fördern von Erdgas zum Ziel haben, erklärt das Unternehmen.

Der Rückbau läuft Tag und Nacht, ruhte aber zuletzt über die Weihnachtsfeiertage. Seitens der Behörden ist das Landesamt für Geologie und Bergwesen in Sachsen-Anhalt zuständig.

Von Jens Heymann

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