Das Handwerk wieder beleben

Nancy Sohn will Salzwedelern das Nähen an der Maschine beibringen

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Konzentration an der Nähmaschine: Nancy Sohn hilft Jolina Sophie Robert beim Nähen einer Krempeltasche. Die Elfjährige wurde durch ihre Mutter zum Handwerk motiviert. Sie selbst nähte auch schon ein Kleid.

Salzwedel – Das Nähen ist ein Handwerk, das kommt und geht. Derzeit ist es wieder Mode geworden mit Nadel und Faden eigene Kleidungs- oder Dekostücke zu erstellen. Doch nur wenige beherrschen die Kunst an der Nähmaschine.

Und da hat es sich die Salzwedelerin Nancy Sohn zur Aufgabe gemacht, jungen und älteren Hansestädtern das Handwerk näher zu bringen.

Es rattert im Nicoleiplatz Nummer 21. Zwei Mädels im Alter von jeweils elf Jahren nähen gerade eine Tasche, die umgekrempelt werden kann. Damit nichts passiert, wacht das Auge von Nancy Sohn über das Geschehen. Als Jolina Sophie Robert die Innenseite ihrer Tasche fertig genäht hatte, blickt Sohn auf die Naht und guckt nach Löchern. „Schau mal hier, da musst du noch mal drüber“, sagt die Salzwedelerin.

„Das Nähen ist nicht unbedingt ein leichtes Handwerk“, schildert Sohn. „Es braucht viel Zeit und räumliches Denken.“ Der Trend zu Nadel und Faden zu greifen, sei früher viel größer gewesen als heute. Allerdings sei das Nähen wieder im Kommen, so Nancy Sohn weiter.

Seit fünf Jahren in Salzwedel selbstständig. Die 31-jährige „Nähfee“ bietet seit neustem Nähkurse an.

Seit fünf Jahren betreibt die heute 31-Jährige das Nähen professionell. Damals machte sich die Salzwedelerin unter den Namen „Nähfee“ selbstständig und übt seitdem das Handwerk kommerziell aus. Als sie im vergangenen Jahr bedauernder Weise festellen musste, dass ihre Arbeit nicht mehr so gefragt war, aufgrund, dass das Selbernähen wieder populärer wurde, hat Nancy Sohn sich neu erfunden. Da kam ihr die Idee, Kurse anzubieten, um so die Kunst mit Nadel und Faden den Salzwedelern beizubringen. Das hatte zu Folge, dass sie mit ihrem Geschäft in eine größere Räumlichkeit umgezogen ist.

Die beiden elfjährigen Mädchen Jolina Sophie Robert und Greta Wernecke sind zwei junge Salzwedelerinnen, die sich für das Nähen interessieren. Motiviert durch Mutter oder Oma, versucht sich die Jugend an ihren ersten Stücken. „Das Erste was ich genäht hatte, war ein Utensilo, das ist ein Aufbewahrungstäschchen“, sagt Greta Wernecke. Beide Kinder haben auch schon ein eigenes Kleid angefertigt. An diesem Punkt knüpft Nancy Sohn noch mal ein.

„Das Nähen ist zwar anstrengend, dafür aber individuell“, so die 31-Jährige. „Beherrscht man das Handwerk, so ist man frei in seiner Kreativität.“ Zudem sei selbst genähte Kleidung haltbarer und umweltfreundlicher als herkömmliche Modeartikel.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

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