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„Naivität der CDU gehört in die 1960er Jahre“

Die Reaktivierung der „Arendseebahn“ liegt den Anwohnern offenbar sehr am Herzen. Hier zwei Reaktionen. 
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Die Reaktivierung der „Arendseebahn“ liegt den Anwohnern offenbar sehr am Herzen. Hier zwei Reaktionen.

Eine weitere Zuschrift zur Reaktivierung der „Arendseebahn“ erreichte uns von Sabine Bartel:

Als Krüdener Anwohnerin der Bahnstrecke verfolge ich die Diskussion und Entwicklungen um die Wiederinbetriebnahme dieser Strecke mit großem Interesse. Die Berichterstattung zu diesem Thema möchte ich an dieser Stelle gern kommentieren.

• Wie ich aus eigener Ansicht weiß, fehlen bei Harpe nicht etwa „zwei Kilometer Schienen“, sondern lediglich knapp hundert Meter.

• Die Schwellen und der Unterbau sind nicht „in einem schlechten Zustand“. Zum allergrößten Teil bestehen die Schwellen aus Beton und können nicht modern. Lediglich bei Arendsee gibt es einen Abschnitt mit morschen Holzschwellen, die ausgewechselt werden müssten.

• Die beiden Brücken bei Salzwedel, die „erneuert werden“ müssen, stammen aus dem Jahr 2000 und sind in gutem Zustand.

• Die anstelle des Bundesfeldweges Ritze/B 190 gewünschte Ostumgehung Salzwedel könnte auch bei einer Entwidmung der Arendseebahn die nur 100 Meter entfernte Hauptbahn nach Stendal mit täglich über 200 Zügen nicht auf gleicher Höhe kreuzen, weil dann ständig die Schranken zu wären. Es muss also ohnehin eine Brücke gebaut werden.

• Die A 14-Brücke über die Arendseebahn bei Wittenberge ist bereits planfestgestellt. Der CDU-Vorschlag würde das ganze Vorhaben stoppen und um Jahre verzögern – womit es auch viel teurer werden würde als die 20 Millionen Euro, die ein Verzicht auf die Brücke laut CDU sparen könnte.

• Eine ausgebaute Bundesstraße B 190 wäre viermal breiter als die Bahntrasse. Damit müssten nicht nur zahlreiche Häuser abgerissen und Landwirte enteignet werden; es wären auch Flächen betroffen, die unter Naturschutz stehen.

• Die CDU Salzwedel ist weder für Bauvorhaben im Kreis Stendal noch für die ihr (bzw. Salzwedel) gar nicht gehörende Bahnstrecke Salzwedel-Geestgottberg zuständig.

• Und letztlich zeugt die ernsthafte Forderung, im Jahr 2020 eine Bahnstrecke in eine Schnellstraße umzuwandeln, angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der andernorts stattfindenden Reaktivierung von Bahnstrecken entweder von einer Naivität, die eher ins Jahr 1960 zu gehören scheint, oder von einem ernsthaften Unwillen, der Klimakatastrophe mit praktischen Maßnahmen zu begegnen.

Eine Reaktivierung würde die Attraktivität und Anbindung der gesamten Region steigern, was nicht zuletzt für das touristisch bedeutende Arendsee von großem Interesse sein dürfte. Sabine Bartel, Krüden.

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