Netzwerkstelle Schulerfolg will Hilfen für junge Altmärker ausweiten

Nachhilfe wird zu einem starken Rettungsanker

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Judith Müller, Dozentin bei der Kreisvolkshochschule Salzwedel, und Doreen Schulz von der Netzwerkstelle Schulerfolg ziehen an einem Strang. Gemeinsam wollen sie erreichen, dass es künftig mehr Nachhilfelehrer in der Region gibt. 

Salzwedel. Zu wenig Nachhilfelehrer im Altmarkkreis Salzwedel: Dieses Thema wurde kommunalpolitisch in den vergangenen Jahren mehrfach diskutiert. Die Netzwerkstelle Schulerfolg sichert zu, sich in der Praxis um eine Veränderung der Situation zu kümmern – dies gelang nun.

Ein erster Kurs an der Kreisvolkshochschule für künftige Nachhilfelehrer stieß auf Interesse. Zehn Freiwillige wollen künftig Kindern und Jugendlichen helfen. Die nötigen Grundlagen dafür erhielten sie von Dozentin Judith Müller. „Somit bekommen die Schulen weitere Unterstützung für ihre Schützlinge. Über die Kreisvolkshochschule können Bedarfe für Nachhilfe angemeldet werden“, informiert Doreen Schulz von der Netzwerkstelle Schulerfolg in einer Presseerklärung. Die Bildungsstätte in Salzwedel ist unter der Telefonnummer (03 901) 42 20 31 und in Gardelegen unter der Telefonnummer (03 907) 73 07 90 zu erreichen.

Doreen Schulz machte deutlich, warum diesem Angebot eine hohe Bedeutung beigemessen wird. „Für versetzungsgefährdete Schüler kann eine Nachhilfe der letzte Anker sein, um in die nächste Klasse versetzt zu werden oder den Schulabschluss zu schaffen“, schreibt sie. Die Nachfrage sei im Altmarkkreis aber so hoch, dass der Bedarf kaum gedeckt werden konnte. Diese praktischen Erfahrungen machen die Schulsozialarbeiter. Dies betrifft vor allem junge Altmärker, die außerhalb von Städten wohnen und nach dem Unterricht nicht mehr mobil sind. Gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule wurde der Kurs entwickelt, der letztendlich die Anzahl der Nachhilfelehrer spürbar erhöhen soll.

Die Kosten wurden von der Netzwerkstelle Schulerfolg getragen, die wiederum aus Mitteln des europäischen Sozialfonds finanziert wird. Die Nachhilfelehrkräfte werden auch entlohnt. Und zwar aus dem Topf des Bildungs- und Teilhabepaketes. Gelder für Nachhilfe können im Jobcenter beantragt werden. Beim Ausfüllen des nötigen Antrages helfen die jeweiligen Schulsozialarbeiter vor Ort in den Bildungsstätten. Dort gebe es auch Möglichkeiten, Räume für diesen Unterricht zu nutzen. „Wer sich vorstellen kann, ebenfalls Schüler mit schulischen Problemen zu unterstützen, kann sich bei der Netzwerkstelle Schulerfolg sowie bei der Kreisvolkshochschule melden. Einen weiteren Grundlagenkurs für die Nachhilfetätigkeit wird es bei Bedarf wieder geben“, informiert Doreen Schulz abschließend.

Wie im aktuellen Verwaltungsbericht des Altmarkkreises ersichtlich ist, verließen 2017 insgesamt 712 Jugendliche die Schulen. Davon erhielten 35 nur ein Abgangszeugnis und keinen eigentlichen Abschluss. Das sind von der Gesamtzahl gesehen knapp fünf Prozent. Die meisten Schüler erreichten den Realschulabschluss (219), dicht gefolgt von der Hochschulreife (216). An dritter Stelle steht der erweiterte Realschulabschluss (128).

Von Christian Ziems

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