Nachfolger dringend gesucht

Karl-Heinz Reck scheidet beim Jenny-Marx-Forum in Salzwedel aus

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Sucht einen Nachfolger für das Jenny-Marx-Forum: Karl-Heinz Reck.
  • vonArno Zähringer
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Im Jahre 2009 ist der Vorläufer des Jenny-Marx-Forums als Freundeskreis im Stipendiatenhaus in der Hansestadt Salzwedel ins Leben gerufen worden. Ziel: Die Vorbereitung des 200. Geburtstages Jenny Marx´s in würdiger Form, die knapp zwei Jahre (1814 bis 1816) in Salzwedel gelebt hatte. Über Jenny Marx hatte einst Friedrich Engels geschrieben: „Wenn es jemals eine Frau gab, die ihr größtes Glück darin gesehen hat, andere glücklich zu machen, so war es diese Frau.“

„Nach dem Jubiläum bildete sich aus dem Freundeskreis das Jenny-Marx-Forum, das 37 Veranstaltungen mit Vorträgen, Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden – meist in der Salzwedeler Stadt- und Kreisbibliothek – auf die Beine stellte und dabei mehr als 2000 Gäste anzog“, berichtet Karl-Heinz Reck im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Gemeinsam mit Gabriele Gruner stand er bis Ende 2020 an der Spitze des Zusammenschlusses.

Salzwedel - 37 Veranstaltungen mit 2000 Besuchern

Doch nun scheint ein Generationswechsel anzustehen, denn Reck hat zum Ende vergangenen Jahres mitgeteilt, aus gesundheitlichen Gründen auszuscheiden. Allerdings ist es ihm noch nicht gelungen, die Nachfolge zu regeln. Er hofft aber, dass sich noch jemand findet, der diese Arbeit fortführt. Die Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung sei sicher. Sie habe auch in der Vergangenheit immer wieder die Arbeit des Jenny-Marx-Forums helfend begleitet.

Der ehemalige Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalts macht keinen Hehl darauf, dass es zwar eine reizvolle und interessante Aufgabe ist, das Jenny-Marx-Forum zu organisieren; allerdings sei damit auch ein gewisser Stress verbunden. „Da müssen Referenten gesucht, das Honorar ausgehandelt und die Übernachtung organisiert werden“, erzählt Reck, der diese Funktion gerne übernommen hatte. „Denn es hat viel Spaß gemacht.“

Aufgrund der Corona-Pandemie wäre für einen Nachfolger jetzt der ideale Zeitpunkt, die Arbeit zu übernehmen. Natürlich stünde Reck für eine gewisse Einarbeitungszeit beratend zur Seite. Er sei davon überzeugt, dass es sich lohne, die „eingespielte Veranstaltungsreihe fortzusetzen“.

Den Auftakt der Veranstaltungen bildete 2011 die Reihe „Starke Frauen – verehrt, geliebt, gehasst und verteufelt“. Dabei standen Rosa Luxemburg, „Die Frau in Europa des 19. Jahrhunderts“, Bertha von Suttner, Marie Curie, Käthe Kollwitz, Clara Zetkin und eine Lesung aus der gleichnamigen Biografie „Tussy Marx – das Drama der Vatertochter“ im Fokus des Vortragszyklus´.

Immer stärker zu Wort gemeldet

Denn das Leben von Jenny Marx sei in eine Zeit gefallen, in der es nur sehr wenigen Frauen gelang, trotz des damals herrschenden Verständnisses über die Rolle der Frau in der Gesellschaft öffentlich wirksam zu werden oder Hervorragendes in den Bereichen Kunst und Kultur, Wissenschaft und Politik zu leisten. Dennoch könnte das 19. Jahrhundert auch als das Jahrhundert gesehen werden, in dem Frauen in fast allen Bereichen begannen, sich stärker zu Wort zu melden und etwas zu schaffen, das heute zum kulturellen und wissenschaftlichen Besitz der gesamten Menschheit geworden sei.

Wer sich für die Arbeit des Jenny-Marx-Forums interessiert und und sich dafür engagieren möchte, der kann sich bei Gabriele Gruner unter Tel. (03901) 42 38 98 melden.

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