Naturschützer sehen nach Stau-Zerstörung Bruchwald bedroht

Nach der Zerstörung von Staueinrichtungen in Salzwedel: BUND stellt Strafanzeige

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In der Ausdehnung bundesweit einmalig: Der Wasserfeder-Erlenbruchwald im Stadtforst Salzwedel. Hier mit der Wasserfeder in voller Blüte.

Salzwedel – Der Salzwedeler Stadtforst am Grünen Band beherbergt einen nach Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) „bundesweit einmaligen Wasserfeder-Erlenbruchwald“.

30 bis 40 Zentimeter sollen die Wasserstände abgesunken sein.

Dessen Existenz sehen die Naturschützer nach der Zerstörung von Staueinrichtungen jedoch als bedroht an. Der BUND hat deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, wie Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band Sachsen-Anhalt, gestern mitteilte. Bei einer Befahrung auf Grund von Hinweisen habe der BUND feststellen müssen, dass es im Umfeld des Stadtforstes zur Zerstörung beziehungsweise Außerbetriebsetzung von Staueinrichtungen gekommen sei. „Es wurde eine Sohlschwelle zur Anhebung des Wasserstandes aufgegraben und auf einer Fläche des BUND eine Stauvorrichtung durch Herausnahme der Stautafeln außer Betrieb gesetzt“, führt Leupold aus.

Die Auswirkungen würden sich im Stadtforst bereits ganz deutlich in stark abgesunkenen Wasserständen zeigen, die laut BUND teilweise bis zu 30 bis 40 Zentimeter niedriger als gegenüber den jahrzehntelang gängigen Werten liegen.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist dies nicht durch die Trockenheit erklärbar, denn auch in anderen sehr trockenen Jahren ist dieser starke Abfall erst sehr viel später im Jahr eingetreten. In diesem Frühjahr waren die Wasserstände in den besonders wertvollen Waldbereichen des Stadtforstes noch weitgehend in Ordnung“, so die Einschätzung des Projektleiters Grünes Band, der das Waldgebiet seit fast 30 Jahren sehr genau kennt und beobachtet. Besonders betroffen sei eine rund 300 Hektar große Waldfläche, die sich in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einem sogenannten Wasserfeder-Erlenbruch entwickelt habe. Diese Waldgesellschaft sei auf ganzjährig hohe Wasserstände angewiesen und bundesweit vom Aussterben bedroht. Eine Fläche mit diesem Lebensraum in dieser Ausdehnung dürfte in Deutschland nahezu einmalig sein. Neben dem Vorkommen der Wasserfeder ist dieses Waldareal noch Lebensraum für den Kranich sowie Amphibienarten wie Moor- und Laubfrosch.

„Wir haben uns daher auch entschlossen Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Denn die vorsätzliche Zerstörung oder Beeinträchtigung von Lebensräumen besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten stellt kein Kavaliersdelikt dar, sondern ist eine Straftat“, macht Leupold die besondere Relevanz dieses Eingriffs deutlich.  pm

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