Ruine in Niephagen erneut Ziel von Vandalismus

Tür durchbrochen: Müllhalde „Waldschlösschen“

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Autoreifen und Abfall auf der Veranda vor dem Haus. Das Areal lockt Mülltouristen an.

Niephagen / Salzwedel – Bereits mehrmals hat das Ordnungsamt der Stadt Salzwedel einschreiten müssen: Türen, Fenster und andere Öffnungen wurden zugemauert und vor unbefugtem Zutritt geschützt.

Doch nun ist die illegale Müllhalde „Waldschlösschen“ scheinbar wieder geöffnet und eine Gefahr für spielende Kinder.

Amtlich zugemauert und doch wieder offen: das „Waldschlösschen“.

„Die Ruine in Niephagen ist erneut Ziel von Vandalismus, denn eine Tür im rechten Gebäudeteil der Vorderfront ist durchbrochen worden“, informierten Einwohner die AZ. Vor Ort bietet sich aktuell ein trauriges und alarmierendes Bild, denn wieder einmal haben Mülltouristen und Randalierer dort ihr Unwesen getrieben und illegal ihren Abfall in den Räumen entsorgt.

Dabei war das Areal einst ein Schmuckstück und ein beliebtes Ausflugslokal. Ältere Einwohner aus Salzwedel und Umgebung erinnern sich bis heute noch gern an die schönen Stunden, die sie in der ehemaligen Gaststätte verbracht haben.

Doch der Gebäudekomplex verkommt immer mehr zur Ruine. Im Haus und auf dem Hof türmen sich Berge von Müll. Bauschutt, alte Autoreifen, Computergehäuse, Plastikmüll, Elektronikschrott und Haushaltswaren, Müllsäcke und Autositze wurden dort offenbar von Mülltouristen auf der Durchreise billig entsorgt.

Freier Zugang über diese Tür an der Vorderfront.

Es ändert sich seit Wochen nichts daran, dass Unbefugte uneingeschränkten Zutritt zum Gebäude haben, dort Abfall abladen und von dem Haus alles abbauen, was noch zu holen ist. Nachdem Unbekannte das Altmetall und die Reklameschilder abmontiert haben, ist nun die Innenausstattung an der Reihe. Anwohner können sich noch an die guten Tage des Waldschlösschens erinnern, als der Förster einen Teil des Hauses bewohnte.

Im Gebäude selbst wurde in den vergangenen Jahren arg randaliert. Türen, Fenster, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände wurden zerstört, Wandverkleidung und die Deckentäfelung teilweise heruntergerissen.

Zu DDR-Zeiten war die Konsumgaststätte vor allem an Wochenenden ein Besuchermagnet: Es gab Tanzabende, Wild- und Eisspezialitäten sowie einen schattigen Biergarten. Nach der Wende begann dann der Anfang vom Ende des Niephagener „Waldschlösschens“.

Ein einheimisches Ehepaar bemühte sich seinerzeit erfolglos um die Immobilie – die Treuhand verlangte einen horrenden Preis. Später, so erinnern sich Anwohner, ging das Ausflugslokal dann für einen deutlich geringeren Betrag an eine Familie aus Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Doch der neue Besitzer starb während eines tragischen Unfalls beim Baumfällen. Seit dem steht das Haus an der Straße zwischen Wallstawe und Eversdorf leer.

VON KAI ZUBER

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