Wenn die Feuerwehr in der Küche aufräumt – Einsatzkräfte werden mehr und mehr zum Aufpasser

Mittags: Topf auf Herd, keiner da ...

+
Ein offenbar auf dem Herd vergessener Topf löste gestern Mittag auf dem Kronsberg einen Feuerwehreinsatz aus.

Salzwedel. Wenn es brennt, ist die Feuerwehr zur Stelle. Mittlerweile häufig aber auch, wenn nicht. So wie gestern Mittag auf dem Kronsberg.

Die Einsatzkräfte hatten sich bereits auf das Einsteigen von außen vorbereitet, da eilte die Bewohnerin heran. Kurz darauf mussten die Brandschützer zum nächsten Herd abrücken.

Eine Nachbarin hatte die Leitstelle über einen angesprungenen Rauchmelder informiert, die schickte die Feuerwehren Brietz und Salzwedel in die Spur. Und weil es sich um ein Wohngebiet mit mehrstöckigen Häusern handelt, rückten gleich vier Fahrzeuge inklusive Drehleiter an. Doch es brannte glücklicherweise nicht, lediglich der Inhalt eines Topfes qualmte auf dem Herd. Nachschauen, durchlüften – Routine für die Feuerwehren.

Kaum hatten die Brandschützer ihre Sachen wieder zusammengepackt, kam der nächste Alarm aus einem Haus an der Großen Sankt-Ilsen-Straße. Auch dort letztendlich kein Feuer. Dafür eine blockierte Straße.

Für die 14 Feuerwehrleute, die gestern Mittag im Einsatz waren, sind solche Herdeinsätze eine zwiespältige Situation. Denn sie sind ärgerlich und erleichtert zugleich. Ärgerlich, weil der Aufmarsch der Technik vermeidbar gewesen wäre, erleichtert, weil nichts Schlimmes passiert ist.

Mindestens einmal im Monat erlebt die Feuerwehr so etwas, erklärt Stadtwehrleiter Holger Schmidt. Sensible Rauchmelder, die es mittlerweile in fast jedem Zuhause gibt, würden sofort anschlagen – „das hat es früher nicht gegeben“, so Schmidt.

Ein weiteres zunehmendes Problem für die Brandschützer sei es, überhaupt in die betroffene Wohnung zu gelangen. Gut gesicherte Türen und Fenster schützten vor Einbrechern, aber eben auch vor den im Ernstfall löschenden Einsatzkräften, erläutert der oberste Feuerwehrmann der Hansestadt. Muss die Feuerwehr rein, seien Schäden mitunter nicht zu vermeiden.

Gestern hatten die Ehrenamtlichen Glück: Die Bewohnerin kam rechtzeitig zurück.

Von Jens Heymann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare