Sparkasse spricht von Effizienz

Mitarbeiter dürfen kein Bares annehmen: Geschäftsfrau bleibt auf ihrem Geld sitzen

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Tankstellen-Pächterin Heike Burchardt bleibt auf ihrem Geld sitzen und übt Kritik an den Geschäftspraktiken in der Sparkassenfiliale am Perver Berg.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Heike Burchardt, Pächterin der SB-Tankstelle, bleibt auf ihrem Geld sitzen. Bislang hat sie ihre Einnahmen immer zur nahen Sparkassen-Filiale am Perver Berg gebracht.

Doch nun werde dort ihr Kleingeld nicht mehr angenommen. Und auch mit den Scheinen laufe es nicht mehr rund. Diese würden ihr am Schalter nicht mehr abgenommen, wenn der Automat „wie so oft“ kaputt ist, klagt Burchardt.

„Wir haben unseren vollumfänglichen Service an der Wallstraße konzentriert und können aus Effizienzgründen die kompletten Leistungen der Sparkasse nicht überall vorhalten“, sagt Fred Schlademann, Marktbereichsleiter der Sparkasse Altmark West. An der Wallstraße seien Automaten für Kleingeld und Scheine vorhanden. Das gesamte Leistungsspektrum des Kreditinstituts sei an der Hauptfiliale an der Wallstraße konzentriert. „Dort halten wir alles von A bis Z und von Montagmorgen bis Freitagabend vor“, kommentiert der Marktbereichsleiter.

Aber auch die Filiale am Perver Berg sei noch einmal mit einem Einzahlautomaten für Geldscheine aufgewertet worden. „Aus unserer Sicht ein guter Service“, ergänzt Schlademann. Kleingeld müsse jedoch zum Zählautomaten an der Wallstraße geschafft werden.

Salzwedel - Burchardt: „Wozu ist die Filiale noch da?“

Und genau das ist Heike Burchardt ein Dorn im Auge. Denn sie hat manchmal ganz schön viel davon. Ebenso arg: „Bei 1028 Euro in Münzen muss ich 15,66 Euro dafür bezahlen, dass der Automat mein Geld zählt“, ärgert sie sich außerdem über die hohen Gebühren.

Und stellt die Generalfrage: „Wenn sowieso alles an der Wallstraße erledigt werden muss, warum gibt es dann die Filiale am Perver Berg überhaupt?“ Noch dazu bei den Öffnungszeiten – nur vier Tage die Woche und nur von 9 bis 12 Uhr, bemängelt die Geschäftsfrau und stuft das als „kundenunfreundlich“ ein. Wobei sie ausdrücklich betont, dass die Angestellten am Perver Berg äußerst zuvorkommend und höflich sind. Ihr aber ihr Geld nicht abnehmen dürfen. „Eine Bank, die kein Geld nimmt?“, kann Heike Burchardt die Geschäftspolitik der Sparkasse nicht nachvollziehen. Denn wenn der Zählautomat für die Scheine kaputt sei, werde sie diese auch am Schalter nicht los. Zumindest nicht in der Filiale am Perver Berg, ist Heike Burchardt sauer.

„Für mich ist eine Bank immer noch ein Dienstleister“, sagt sie und schaut auf die dabei anfallenden Gebühren. Diese würden immer höher und die Dienstleistungen immer weniger, bemängelt die SB-Pächterin. „Eine Bank mit Schalter, aber ohne die Möglichkeit, Bargeld anzunehmen ist nicht witzig und für mich sogar ein Misstrauensvotum gegenüber den Angestellten“, macht Burchardt ihrem Unmut Luft.

Leistungsspektrum erhalten

Hinzu komme auch immer mehr Technik, mit der nicht alle Kunden klarkämen, listet die Tankstellenpächterin weiter auf. Erst unlängst habe sie einem älteren Herren aus Kasachstan beim Ausfüllen einer Überweisung geholfen, der völlig hilflos vor dem Automaten gestanden habe.

„Es geht uns als Sparkasse darum, das Leistungsspektrum zu erhalten. Und das haben wir mit der Wallstraße“, betont Fred Schlademann.

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